20.07.2010 | 08:52

LH Pröll unterzeichnete Memorandum über Wasserkraftprojekt in Bulgarien

Arbeitsgespräch mit bulgarischem Premierminister in Göttweig

Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und der bulgarische Premierminister Dr. Bojko Borissow unterzeichneten am gestrigen Montagabend, 19. Juli, im Rahmen eines Zusammentreffens im Stift Göttweig ein „Memorandum of Understanding" über die Realisierung eines großen Wasserkraftprojektes in Bulgarien.

Es sei ein „wichtiger Tag für Niederösterreich", meinte Landeshauptmann Pröll im Zuge der Unterzeichnung des Memorandums. Mit der Unterzeichnung werde eine Investition der EVN und des bulgarischen Energieversorgers NEK in einer Größenordnung von bis zu 500 Millionen Euro eingeleitet, so Pröll. Durch das Wasserkraftwerksprojekt in der Region Gorna Arda sollen rund 140.000 Haushalte versorgt werden.

Durch diese Entscheidung sei es möglich, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Bulgarien und Niederösterreich weiter zu intensivieren, so der Landeshauptmann: „Diese Investition schafft Arbeitsplätze in Bulgarien und sichert eine Vielzahl an Arbeitsplätzen in Niederösterreich." Außerdem komme es zu einer weiteren Vertiefung der Beziehungen zwischen Bulgarien und der EVN, die auf ein internationales Engagement in 19 europäischen Ländern verweisen könne, so Pröll. Ein wichtiger Schritt, betonte der Landeshauptmann, sei dieses Projekt auch für die Umwelt- und Klimapolitik in Europa, denn beide Regionen hätten „ambitionierte Umweltziele".

„Wir werden ein verlässlicher Partner sein", versicherte der Landeshauptmann dem bulgarischen Premierminister, bevor er auch auf die Thematik der EU-Förderkulisse nach 2013 einging. Niederösterreich habe sich an die Spitze einer europaweiten Initiative gestellt, so Pröll: „Mittlerweile haben sich rund 100 europäische Regionen angeschlossen." Am 7. Oktober werde in Brüssel ein Memorandum übergeben, das Grundlage sein soll für die Verhandlungen über die Regionalförderung. Er habe den bulgarischen Premier gebeten, „mit uns gemeinsame Sache zu machen", und er bedanke sich, dass dieser „diese Anregung sehr positiv aufgenommen" habe, so Pröll.

Der Landeshauptmann übergab dem Premierminister auch drei Stipendien für junge Menschen aus Bulgarien, die an der Fachhochschule für Tourismus in Krems studieren wollen.

„Unser Wunsch ist es, dass die EVN in Bulgarien genauso arbeitet wie in Österreich", stellte der bulgarische Premierminister Borissow in seiner Stellungnahme zur Unterzeichnung des Memorandums fest, das Investitionsklima in Bulgarien sei derzeit besonders attraktiv. Der Lobbyismus in Brüssel sei „außerordentlich wichtig", sagte er zum Thema EU-Regionalförderung und hob auch die Rolle Niederösterreichs als „Motor der Donauraumstrategie" besonders hervor.

Die von Landeshauptmann Pröll und Premierminister Borissow unterzeichnete Erklärung beinhaltet die Absicht der Energieversorger EVN und NEK, ein bereits seit längerem geplantes Projekt einer Kraftwerkskette am oberen Flusslauf der Arda in Südost-Bulgarien zu reaktivieren. Derzeit wird am technischen „Redesign" intensivst gearbeitet. In mehreren Ausbauschritten sollen Speicherkraftwerke mit einer Gesamtleistung von bis zu 170 Megawatt errichtet werden. Bis zu 350 Gigawattstunden Strom sollen jährlich aus diesen Kraftwerken in das bulgarische Netz fließen. Das Projekt wird auch große Bedeutung für die bulgarische Wirtschaft und Bevölkerung haben. Die Vorarbeiten beginnen bereits 2010, während der fünfjährigen Bauzeit entstehen bis zu 2.500 Arbeitsplätze in der Region.

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