12.07.2010 | 13:45

Vogelbeobachtung im Europaschutzgebiet Westliches Weinviertel

Pernkopf: Zukunft der Großtrappen in Niederösterreich gesichert

Mit einem Gewicht von bis zu 16 Kilogramm gehören Großtrappen zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Welt. Einen Beobachtungs- und Informationspunkt für diese imposanten Vögel hat Naturschutz-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf gemeinsam mit Landesjägermeister Dr. Christian Konrad bei der Wartberger Wehrkirche in der Gemeinde Straning-Grafenberg eröffnet.

Damit wird allen Interessierten die Möglichkeit gegeben, sich über die erfolgreichen Schutzmaßnahmen im Europaschutzgebiet Westliches Weinviertel zu informieren. Eine ehemalige Weingarten-„Hiatahütte" ist für diesen Zweck teilweise saniert worden und dient nun als Vogelbeobachtungsstation.

Auch wenn die Trappen selbst gerne die Deckung in den Feldern suchen - das äußerst erfolgreiche Artenschutzprojekt braucht sich nicht zu verstecken: Nachdem Mitte der neunziger-Jahre im Westlichen Weinviertel nur noch 22 Großtrappen gezählt worden sind, leben hier heute wieder 60 dieser Tiere. Zurückzuführen ist die positive Bestandsentwicklung auf die seither ergriffenen Schutzmaßnahmen. So wurden unter Einbeziehung von 260 Landwirten rund 3.500 Hektar Trappenschutzflächen als Brut- und Nahrungsgebiete angelegt.

„Landwirte, Jäger und Gemeinden sind von Anfang an in das Projekt mit einbezogen worden. Das gewährleistet die Akzeptanz für den Naturschutz und stärkt die Identifizierung mit der geschützten Tierart in der Region. Zusätzlich profitieren Arten wie Feldhasen, Feldlerchen und Greifvögel von den Maßnahmen, die den Lebensraum verbessern", freut sich Pernkopf über den Erfolg.

Der Projektpartner EVN hat 20 kV-Mittelspannungsleitungen auf einer Länge von 33 Kilometern in die Erde verlegt. Gemeinsam mit der Verbund AG und den ÖBB sind weitere 80 Kilometer Hochspannungsleitungen markiert worden. Dadurch konnte die Kollision von Großtrappen mit Stromleitungen - die häufigste Todesursache bei erwachsenen Tieren - signifikant reduziert werden.

„Möglich waren diese Investitionen in den Jahren 2005 bis 2010 durch das von der Europäischen Union unterstützte LIFE-Projekt ‚Großtrappe\' mit einem Volumen von 5,8 Millionen Euro. Das Projekt wird von der Österreichischen Gesellschaft Großtrappenschutz in Zusammenarbeit mit Projektpartnern umgesetzt. Das Vorhaben erstreckt sich auch auf Trappenschutzflächen im Burgenland und ist mit weiteren Schutzprojekten in Ungarn und in der Slowakei abgestimmt", so Pernkopf. Ein bis 2015 ausgerichtetes Nachfolgeprojekt im EU-Förderprogramm LIFE+ ist in Vorbereitung.

Weitere Informationen: Büro LR Pernkopf, Klaus Luif, Telefon 02742/9005-12705, e-mail klaus.luif@noel.gv.at bzw. http://www.grosstrappe.at/.

 

 

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