26.05.2010 | 13:30

Weitere Meilensteine für Krems als Zentrum für archäologische Forschungen

LH Pröll: „Signal, dass wir altes Kulturgut entsprechend pflegen"

Im Jahr 2005 rückte der Kremser Wachtberg mit einer Reihe von archäologischen Sensationsfunden, etwa mit den 27.000 Jahre alten „Zwillingen vom Wachtberg", in den Mittelpunkt des Interesses. Vor rund eineinhalb Jahren, im Jahr 2008, stellte das Bundesland Niederösterreich 350.000 Euro zur Verfügung, um die wissenschaftliche Aufarbeitung der Fundstelle sicherzustellen. Heute, 26. Mai, wurden im Rahmen eines Pressegespräches die nächsten Schritte präsentiert, um Krems als Zentrum für archäologische Forschungen weiter zu fördern. So wird die Akademie der Wissenschaften nun eine Außenstelle in Krems einrichten, eine Ausstellung im Weinstadtmuseum gibt Einblicke in die bisherigen Funde.

„Um den Grabungsort entwickelt sich weit über die Stadt hinaus ein historisches Zentrum, das national und international Aufsehen erregen wird", sagte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll im Zuge des heutigen Pressegespräches. Der Landeshauptmann sieht in der Tatsache, dass nun auch Führungen zu Ausgrabungsstätten möglich sein werden, „etwas Wichtiges und Zukunftsträchtiges", denn damit könne man „jungen Menschen die Bedeutung von archäologischen Grabungen näher bringen - nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis".

Der Landeshauptmann sprach darüber hinaus von einem „Signal weit über Niederösterreich und Österreich hinaus", dass in Niederösterreich „altes Kulturgut entsprechend gepflegt" werde. Dieses konkrete Beispiel und die Initiative des Landes würden auch zeigen, „was der Föderalismus wert ist", denn „gebe es den Föderalismus nicht, wäre der Wachtberg ein für alle mal verloren" gewesen.

„Die ganze Stadt Krems ist sehr stolz darauf, dass wir diese bedeutende Ausgrabung in Krems haben", betonte die Kremser Bürgermeisterin LAbg. Inge Rinke.

Univ.Prof. DDr. Herwig Friesinger, Obmann der Prähistorischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, meinte zur Bedeutung der Funde am Kremser Wachtberg: „Die bisherigen Funde gehören zu den wichtigsten mitteleuropäischen Funden im Donauraum." In den Funden zeige sich auch, wie „das soziale Gewissen der damaligen Bewohner manifestiert wird", so Friesinger: „Sie waren soziale Wesen, die über den Tod nachgedacht haben und auch ein künstlerisches Empfinden hatten."

Univ.Doz. Dr. Christine Neugebauer-Maresch von der Prähistorischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ging auf den jüngsten Sensationsfund ein: eine etwa 20 Zentimer lange Mammutelfenbeinlamelle mit elf aufgemalten roten Linien. „Im gesamten mitteleuropäischen Raum gibt es kein derartiges bemaltes Stück", so die Wissenschafterin über die Einzigartigkeit dieses Fundes.

Die Ausstellung im Kremser Weinstadtmuseum ist ab Donnerstag, 27. Mai, für Besucher offen und läuft bis zum 21. November. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag, 10 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertag, 13 bis 18 Uhr.

Nähere Informationen: Ursula Altmann-Uferer, Telefon 02732/801-227.

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