08.04.2010 | 00:23

Heimischer Wintertourismus im Umbruch

Bohuslav: Müssen Chancen optimal nutzen

Gleich zu Beginn der heute, 8. April, in St. Pölten abgehaltenen Pressekonferenz zum Thema „Wintertourismus in Niederösterreich" betonte Landesrätin Dr. Petra Bohuslav, mit der jüngsten wintertouristischen Saison nicht ganz zufrieden zu sein: „Der Winter hat lange auf sich warten lassen, die Weihnachtssaison konnte nicht genutzt werden. Eine Detailauswertung unserer Nächtigungsstatistik zeigt bis Jänner einen Gäste-Rückgang in den Wintersportgebieten. Die Situation hat sich im Februar und März entspannt, trotzdem rechnen wir für die Wintersaison 2009/10, die von November bis April dauert, mit einem leichten Rückgang." Allerdings konnte die Landesrätin auch Auskunft über die Ergebnisse zweier aktueller Studien sowie über die Pläne für die Zukunft des niederösterreichischen Wintertourismus erteilen, welche in eine positivere Richtung deuten: „Alle aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich, dass sich der Wintertourismus in Niederösterreich im Umbruch befindet und wir gerade jetzt unsere Chancen optimal nützen müssen, um auch in Zukunft ein wettbewerbsfähiges Winterangebot bieten zu können. Niederösterreich gehört in einem solchen Veränderungsprozess zu jenen Regionen, die Umbrüche als Chance wahrnehmen", so Bohuslav.

Bei den „aktuellen Entwicklungen", die durch die so genannte „SAMON"-Studie sowie durch eine Skipotenzialanalyse zum Herkunftsmarkt Tschechien zutage gefördert wurden, handelt es sich u. a. um folgende Fakten: Rund 70 Prozent der WintersportlerInnen in Niederösterreich sind Tagesgäste, prozentuell sind auf Niederösterreichs Pisten mehr Familien sowie 2,5 Mal mehr ÖsterreicherInnen und 3 Mal mehr OsteuropäerInnen unterwegs als in Gesamtösterreich. Als Stärken der niederösterreichischen Wintersportgebiete wurden die gute Erreichbarkeit, das gute Preis-Leistungs-Verhältnis sowie eine entsprechende Atmosphäre eruiert. Als Schwächen nannten die Befragten die räumliche Begrenztheit der Schigebiete sowie die „Unterkunft-Infrastruktur" bzw. die „Gastronomie-Vielfalt". Demgegenüber wurde durch die Skipotenzialanalyse das große Interesse der tschechischen Bevölkerung am Schifahren bestätigt und dem österreichischen respektive dem niederösterreichischen Markt hier ein großes Potenzial eingeräumt.

Um diese Daten bzw. alle neuen Erkenntnisse punkto Wintertourismus in Niederösterreich entsprechend positiv verwerten zu können, sollen nun konkrete Schritte gesetzt werden. Laut Bohuslav sind zunächst sowohl eine Analyse der heimischen Wintersportgebiete als auch die Abhaltung von ExpertInnen-Gesprächen vorgesehen; am 31. Mai soll dazu im Palais Niederösterreich in Wien ein großes Fachsymposium stattfinden. Wichtig sei im Zusammenhang mit der Angebots- und Produktentwicklung auch die weitere Zusammenarbeit der „Niederösterreich Werbung" und der Wirtschaftsagentur „ecoplus". Bestes und jüngstes Beispiel dafür sei Mönichkirchen-Mariensee: Hier konnten in den vergangenen drei Jahren infolge einer umfassenden Markt- und Skipotenzialanalyse in Kombination mit gezielten Marketingmaßnahmen und damit verbundenen Investitionen die Tageseintritte von 40.000 auf 94.000 gesteigert werden. Zum Zweiten gelte es, so Bohuslav hinsichtlich der zu treffenden Maßnahmen, das bestehende Langlaufangebot in Niederösterreich strategisch auszubauen. Hiezu habe man mit „Stand alone", „Langlauf als Zusatzangebot" und „Langlauf als kommunales Freizeitangebot" drei Angebotskategorien entwickelt. Zum Dritten soll das Thema Sicherheit auf der Piste, mit dem Niederösterreich bereits eine Vorreiterrolle eingenommen hat, künftig eine verstärkte Rolle spielen: Nach dem Schigebiet Mönichkirchen sollen Tafeln, auf denen die Pistenregeln abzulesen sind, auch in anderen Gebieten errichtet werden.

Nähere Informationen: Büro LR Bohuslav, Mag. Lukas Reutterer, Telefon 02742/9005-12026, e-mail lukas.reutterer@noel.gv.at.

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