08.03.2010 | 08:52

25 Jahre Dorferneuerung in Niederösterreich

LH Pröll: „Aus Betroffenen Beteiligte gemacht"

Mit vier Pilotorten in jedem Viertel des Landes hat es vor einem Vierteljahrhundert begonnen, heute zählt die Dorferneuerung in Niederösterreich rund 700 Vereine und weit über 200.000 Freiwillige. Am Freitagabend, 5. März, wurde das Jubiläum „25 Jahre Dorferneuerung" im Auditorium in Grafenegg gefeiert.

Die Dorferneuerung habe eine Entwicklung von einer „Versorgungsgesellschaft" hin zu einer „Verantwortungsgesellschaft" geprägt, betonte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll im Zuge der Galaveranstaltung im Gespräch mit Moderatorin Christiane Teschl-Hofmeister. Die Idee der Dorferneuerung habe dazu beigetragen, den Menschen die Möglichkeit zu geben, „selber zu verantworten und selber die eigene Lebenswelt gestalten zu können." Der Landeshauptmann: „Aus Betroffenen wurden Beteiligte gemacht."

Nach der optischen, geistigen und kulturellen Dorferneuerung sei nun der nächste Schritt zur sozialen Dorferneuerung eingeleitet worden, so Pröll weiters. „Im Jahr 2030 wird sich die Zahl der 80-Jährigen verdoppelt und die Zahl der 90-Jährigen verdreifacht haben. Daher müssen wir bereits heute Vorsorge treffen und das unglaubliche Kapital der Dorferneuerung nutzen." Denn die Dorferneuerung sei eine stabile Säule für das soziale Netzwerk im Land, betonte der Landeshauptmann: „Wir wollen die Freiwilligen vor Ort motivieren, Hand anzulegen, um der älteren Generation die Hände zu reichen." Auf diesem Weg könne die Dorferneuerung zum „Schrittmacher" auf dem Weg Niederösterreichs zu einer sozialen Modellregion werden, so Pröll.

Über 1.000 Gäste waren ins Grafenegger Auditorium gekommen, um das Jubiläum der NÖ Dorferneuerung zu feiern. „Der volle Saal zeigt, dass wir eine große Familie sind", sagte dazu Obfrau Maria Forstner.

Den Festvortrag hielt der bekannte Schriftsteller Alfred Komarek, der zum Thema „Dorferneuerung - Lebensräume gemeinsam gestalten" sprach. „In der Welt der Dörfer hat es immer wieder Veränderung gegeben", meinte er, und daher gelte es, „das tradierte Miteinander als Zusammenwirken möglichst Vieler neu zu verstehen." Die Idee der Dorferneuerung habe sich seit 25 Jahren als „beharrliche, erfolgreiche und vielfältig wirksame Kraft" erwiesen.

Mit den vier Pilotorten Kleinfeld (Industrieviertel), Spielfeld (Waldviertel), Obermarkersdorf (Weinviertel) und Gerolding (Mostviertel) begann die Idee der Dorferneuerung 1984, 1987 fand der erste europäische Dorferneuerungskongress statt. 1988 wurde die Dorfwerkstatt Region Hollabrunn gegründet, ein Pilotprojekt einer flächendeckenden Dorferneuerung im Bezirk Hollabrunn. 1989 fand die offizielle Gründungsversammlung der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung unter dem Vorsitz von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll statt. 1991 wurden die regionalen Dorfwerkstätten, die heutigen Viertelbüros, eingerichtet. 2001 sind die Themendörfer entstanden, 2003 wurde der Wettbewerb „Idee plus" ins Leben gerufen. 2005 wurde der Aktionstag erstmals in Niederösterreich durchgeführt, 2009 erfolgte der Startschuss zur „Sozialen Dorferneuerung" durch den Landeshauptmann.

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