18.11.2009 | 14:44

Vollausbau der Schulsozialarbeit an allen NÖ Landesberufsschulen

Heuras: BerufsschülerInnen sind besonderen Problemen ausgesetzt

„Das Land Niederösterreich wird Schulsozialarbeit an allen Landesberufsschulen in Niederösterreich anbieten", erklärte Bildungs-Landesrat Mag. Johann Heuras heute, 18. November, bei einer Pressekonferenz in der Landesberufsschule Waldegg im Bezirk Wiener Neustadt. Im Industrieviertel sei der Vollausbau bereits erreicht, 2010 folge das Mostviertel, und mit der Implementierung im Waldviertel und im Weinviertel werde der Vollausbau in Niederösterreich bis zum Schuljahr 2010/2011 abgeschlossen sein. Für diesen flächendeckenden Ausbau werde jährlich ein Betrag von ca. 850.000 Euro zur Verfügung gestellt, informierte Heuras.

Das Aufsuchen von Beratungseinrichtungen stellt häufig eine zu hohe Schwelle für Jugendliche dar, wodurch diese Angebote von vielen nicht in Anspruch genommen werden. Durch Schulsozialarbeit soll diese Schwellenangst verringert und den SchülerInnen ein leichter und niederschwelliger Zugang zu Beratung, Betreuung und Unterstützung direkt in der „Lebenswelt Schule" angeboten werden. „Schulsozialarbeit stellt dabei die Zusammenarbeit und Verbindung von Sozialarbeit und dem System Schule dar, ist ein Angebot vor Ort und in den Schulalltag integriert", so der Bildungs-Landesrat.

Viele Jugendliche verlassen für den Berufsschulaufenthalt zum ersten Mal für längere Zeit die elterliche Wohnung und müssen sich in der Situation des Zusammenlebens mit Gleichaltrigen erst zurechtfinden. Weiters unterliegen BerufsschülerInnen im Gegensatz zu anderen SchülerInnen sehr früh den strengen Spielregeln der leistungsorientierten Arbeitswelt. Die SchülerInnen müssen nicht nur für sich lernen, sondern noch zusätzlich ihren Vorgesetzten Rechenschaft über schulische Erfolge abliefern. „Nicht zu vergessen ist, dass die SchülerInnen auch in einem Alter sind, in dem noch andere Problemlagen im Vordergrund stehen, wie Probleme mit den Eltern, Beziehungsprobleme, das Ausprobieren von Suchtmitteln, etc.", so Heuras.

Die Erfahrung habe gezeigt, dass diese entwicklungsbedingten Problemlagen in geballter Form in den zehn Wochen der Lehrgänge auftreten. „Schulsozialarbeit ist daher ein sehr niederschwelliges Angebot, das für Fragen, für Sorgen, aber auch für Probleme der BerufsschülerInnen zur Verfügung steht, ohne dass sie befürchten müssten, dass es Auswirkungen auf ihre schulische Situation haben könnte", ist der Bildungs-Landesrat überzeugt.

Die Schulsozialarbeit wird an den Landesberufsschulen über freie Jugendwohlfahrtsträger abgewickelt. Diese Anbieter von Schulsozialarbeit unterliegen dem NÖ Jugendwohlfahrtsgesetz, brauchen vor Tätigkeitsbeginn eine Eignungsfeststellung durch das Land und unterstehen der Fachaufsicht der Landesregierung. Diese Aufsicht wird durch die Fachabteilung Jugendwohlfahrt ausgeübt. Für die Schulsozialarbeit an allen 19 Landesberufsschulen (fünf mit bis zu 800 SchülerInnen, sechs mit bis zu 1200 SchülerInnen und acht mit über 1.200 SchülerInnen) wird ein jährlicher Betrag von ca. 850.000 Euro zur Verfügung gestellt. Damit werden etwa 20.000 BerufsschülerInnen erreicht und pro SchülerIn somit ca. 42,50 Euro investiert.

Weitere Information: Amt der NÖ Landesregierung, Fachabteilung Jugendwohlfahrt,

Dr. Reinhard Neumayer, Telefon 02742/11406 sowie Büro LR Heuras, Markus Hammer, Telefon 02742/9005-12324, 0676/812-12324, e-mail markus.hammer@noel.gv.at.

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