16.10.2009 | 11:38

Erste Sitzung der österreichisch-russischen Historikerkommission

LH Pröll: Aus der Geschichte lernen, damit sich Negatives in Zukunft nicht mehr wiederholen kann

„Wir müssen aus der Geschichte lernen, damit sich Negatives in Zukunft nicht mehr wiederholen kann", sagte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll heute, 16. Oktober, im NÖ Landhaus in St. Pölten, wo er die erste Plenarsitzung der österreichisch-russischen Historikerkommission eröffnete.

Niederösterreich lege großen Wert auf eine Aufarbeitung der Geschichte und auf Geschichtsbewusstsein, zeigte sich der Landeshauptmann überzeugt, dass Geschichte verbinde, in welcher Form auch immer sie stattgefunden habe, auch wenn Niederösterreich sehr lange vom Schmerz der Zerstörung, Trennung und Teilung geprägt gewesen sei. „Nur wer die Geschichte kennt, kann aus ihr lernen. Und aus der Geschichte lernen kann man nur mit den entsprechenden Fakten", so Pröll.

Zudem sei die Beschäftigung mit Geschichte angetan, Dankbarkeit und Ehrfurcht auszulösen, so der Landeshauptmann weiter. Der Blick zurück fasziniere, emotionalisiere und lasse Konsequenzen für das Alltagsleben ableiten. Nicht zuletzt sei die Geschichte auch eine Kraftquelle für die Gegenwart und damit auch Zukunft. „Eine Generation, die ihre Geschichte vergisst, hat keine Vergangenheit. Und eine Generation, die keine Vergangenheit hat, hat auch keine Zukunft", betonte Pröll.

Die im Jahr 2007 beim Besuch des russischen Präsidenten Putin in Wien initiierte und im Vorjahr nach dem Muster der deutsch-russischen Kommission in Moskau gegründete österreichisch-russische Historikerkommission besteht aus jeweils bis zu 15 russischen bzw. österreichischen Mitgliedern und dient der Vertiefung der guten bilateralen Beziehungen. Sie beschäftigt sich vor allem mit dem 20. Jahrhundert und soll auch die in diesem Zeitrahmen stattgefundenen kontroversiellen und belastenden Materien in einem guten gemeinsamen Geist erörtern und publizieren; Leiter der österreichischen Delegation ist Univ.Prof. Dr. Stefan Karner vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung.

Die erste Sitzung der Kommission, die bis Sonntag, 18. Oktober, dauert, trägt den Titel „Vom Wiener Kongress zum Wiener Gipfel" und beinhaltet u. a. Referate über „Kutuzovs Zug durch Niederösterreich", den „Wiener Walzer im Kalten Krieg" oder „Die Frage der Atomwaffen auf dem Wiener Gipfel". Heute Abend wird Außenminister Dr. Michael Spindelegger ab 19 Uhr über „Fragen der Beziehungen von Österreich und Russland" sprechen. Samstag, der 17. Oktober, ist einem Besuch der NÖ Landesausstellung in Horn und Raabs vorbehalten.

Nähere Informationen beim Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung unter 0316/822500-0, e-mail bik-graz@bik.ac.at und http://www.bik.ac.at/.

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