24.06.2009 | 15:36

Bereits 3.300 Feuerwehrleute im Hochwasser-Einsatz

Zahl der gesperrten Straßen auf 73 angewachsen

Belief sich die Anzahl der wegen des aktuellen Hochwassers im Einsatz stehenden Feuerwehrleute heute Vormittag noch auf 1.700, so ist deren Anzahl inzwischen auf 3.300 angewachsen. Gleichsam sind bereits 246 niederösterreichische Feuerwehren sowie drei Züge des Katastrophenhilfsdienstes (KHD) im Einsatz.

Vom Hochwasser betroffen sind sieben der 21 Bezirke Niederösterreichs; im Konkreten Scheibbs, wo 27 Feuerwehren tätig sind, Melk, wo 79 Feuerwehren im Einsatz sind, Amstetten, wo momentan 26 Feuerwehren helfend tätig sind, St. Pölten mit 62 Feuerwehren, Krems mit 42, Tulln mit sechs Feuerwehren und Neunkirchen, wo aktuell noch vier Feuerwehren im Einsatz sind. Einsatzschwerpunkte sind derzeit die Zubringerflüsse der Donau.

Im Voralpengebiet, wo starke Niederschläge zu Hochwasser an der Ybbs, der Enns, der Melk, der Erlauf, der Traisen und der Perschling geführt haben, ist Ybbsitz (Bezirk Amstetten) noch immer von der Umwelt abgeschnitten. Die lokalen Feuerwehren versuchen, mit Tauchpumpen der Lage Herr zu werden. Zudem sind zahlreiche Verklausungen aufzulösen. Das Ortsgebiet ist nach wie vor überflutet.

Im Bereich Golling ist ein Damm gebrochen, zahlreiche Keller wurden überschwemmt. In den Orten Matzleinsdorf und Zelking (Bezirk Melk) an der Melk werden mittels Sandsäcken derzeit Sicherungsmaßnamen durchgeführt, um massive Überflutungen im Siedlungsbereich eindämmen zu können. Beide Ortschaften sind teilweise überflutet; Schlammpumpen mit einer Leistung von 200 Kubikmetern/Stunde sollen dort Abhilfe schaffen. In den Bezirk Melk wurden zwei Züge des Katastrophenhilfsdienstes zur Verstärkung der örtlichen Einsatzkräfte entsandt.

In St. Leonhard am Forst dagegen entspannt sich die Lage derzeit, der Pegel der Melk geht nunmehr zurück. Es ist jedoch mit lange andauernden Aufräumarbeiten und vielen auszupumpenden Kellern zu rechnen. Nach Persenbeug werden von der Feuerwehr zwei Großpumpen mit einer Leistung von je 200 Kubikmetern/Stunde verbracht, um einer Überflutung vorbeugen zu können.

Die Erlauf indes hat den Stand eines 30-jährlichen Hochwassers erreicht. In der Messestadt Wieselburg ist das Messezentrum überflutet, viele Güterwege im Bezirk Scheibbs sind unpassierbar geworden, und in den Gemeinden Gresten-Land, Reinsberg und St. Anton gibt es mehrere Hangrutschungen. Es werden Sicherungsmaßnahmen mit Hilfe von Sandsäcken durchgeführt, in der Stadt Scheibbs wurde der mobile Hochwasserschutz aufgebaut. Ein KHD-Zug aus dem Bezirk Tulln ist im Bezirk Scheibbs im Einsatz.

In Hafnerbach im Bezirk St. Pölten versucht man derzeit, einen Damm an der Hochwasser führenden Pielach gegen etwaiges Durchbrechen zu schützen. Die Feuerwehr-Einsatzkräfte transportieren zurzeit Dichtungsmaterial nach Hafnerbach, wo ein Hubschrauber des Bundesheeres gemeinsam mit dem Feuerwehr-Flugdienst den Damm zu retten versucht, um den Ortsteil Wimpassing vor Überflutung zu schützen.

In der Wachau müssen aktuell entlang mehrerer Ortschaften großräumige Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden; in Krems und Mautern wurde der mobile Hochwasserschutz errichtet.

Auch die Anzahl der wegen Hochwassers und Vermurungen gesperrten Landessstraßen ist im Vergleich zum Vormittag weiter gestiegen. Waren am Vormittag noch 63 Landesstraßen in Niederösterreich wegen Hochwassers und Vermurungen gesperrt, so beläuft sich deren Zahl inzwischen auf 75. Diese 75 Landesstraßen liegen im Gebiet von insgesamt 18 Straßenmeistereien. Dabei handelt es sich um die Straßenmeistereien Amstetten Süd, Amstetten Nord, Haag, Melk, Pottenbrunn, Scheibbs, St. Peter in der Au, St. Pölten West, Zwettl, Mank, Kirchberg an der Pielach, Blindenmarkt, Krems, Schwechat, Korneuburg, Groß Enzersdorf, Waidhofen an der Ybbs und Wiener Neustadt.

 

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