11.02.2009 | 15:30

NÖ Forschungsprojekt soll Epileptikern zugute kommen

Gabmann: Verkürzung des Spitalsaufenthalts der PatientInnen

Das Land Niederösterreich und die Austrian Research Centers Seibersdorf (ARC) arbeiten derzeit mit Hochdruck an einem gemeinsamen Forschungsprojekt zur automatischen Erkennung von epileptischen Anfällen.

„Ziel ist die Entwicklung eines Systems zur automatischen Erkennung epileptischer Anfälle basierend auf bestehenden Technologien der ARC. Dieses System soll die Anfälle zeitgerecht erkennen und in Kliniken routinemäßig eingesetzt werden können. Eine automatische Anfallserkennung, die in Echtzeit läuft, könnte den Krankenhausaufenthalt der PatientInnen verkürzen und wichtige Erkenntnisse über ihre Krankheit liefern", betont dazu Landeshauptmannstellvertreter Ernest Gabmann.

Die derzeit angewendeten Diagnosemethoden nehmen gewöhnlich mehrere Tage bis zu einer Woche in Anspruch. Sowohl die Überwachung der PatientInnen während dieser Zeit als auch die Auswertung der Daten sind extrem zeitaufwändig und teuer.

In das Forschungsprojekt ebenfalls eingebunden ist das in Korneuburg beheimatete Unternehmen EMS, das hier seit rund 22 Jahren EEG-Geräte (Elektroencephalographie zur Diagnostik von Erkrankungen des Gehirns) entwickelt und weltweit vertreibt. Auch das Landesklinikum St. Pölten ist eng in die Entwicklung und in die Durchführung der Studie eingebunden. Das Gesamtinvestitionsvolumen des Projekts beläuft sich auf rund 900.000 Euro.

Epilepsie ist eine der am weitesten verbreiteten neurologischen Erkrankungen. Etwa 0,8 Prozent der Weltbevölkerung leiden unter dieser Erkrankung, allein in Österreich sind etwa 65.000 Personen betroffen. Die Krankheit zeigt sich in wiederkehrenden, unprovozierten und unvorhersehbaren Anfällen, die etwa bei einem Drittel der PatientInnen nur sehr schwer zu behandeln sind.

„Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten muss Niederösterreich in die Zukunft blicken und in Forschung und Entwicklung investieren. Wissenschaftliche Forschung von heute kann schon morgen Nutzen für den Einzelnen sein. Auch der wirtschaftliche Erfolg ist vorprogrammiert - wir beobachten, dass Forschungseinrichtungen und Projekte starke wirtschaftliche Impulse auslösen, weitere Institutionen anziehen und somit Betriebsansiedlungen vor Ort ermöglichen", so Gabmann.

Nähere Informationen: Büro LHStv. Gabmann, Mag. Lukas Reutterer, Telefon 02742/9005-12026, e-mail lukas.reutterer@noel.gv.at.

 

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