11.02.2009 | 14:10

„Masterplan Wasserkraft NÖ" präsentiert

Plank: Ausbaupotenziale vor allem bei Kleinwasserkraft

In St. Pölten präsentierte heute, 11. Februar, Landesrat DI Josef Plank den „Masterplan Wasserkraft NÖ". Dabei wurde festgehalten, dass vor allem im Bereich der Kleinwasserkraft Ausbaupotenziale bestünden, die auch genutzt werden sollen. „Die jüngste Gaskrise hat gezeigt, wie wichtig ein Ausbau erneuerbarer Energiequellen ist, um größere Unabhängigkeit zu erreichen. Die Wasserkraft ist in Österreich die wichtigste Energiequelle. Das Land Niederösterreich bekennt sich zur vermehrten Nutzung der Wasserkraft unter Berücksichtigung des Gewässer- und Naturschutzes; vor allem bei der Kleinwasserkraft sind Ausbaupotenziale gegeben", so Plank.

Derzeit existieren in Niederösterreich rund 300 Kleinwasserkraftanlagen mit einer Leistung über 50 Kilowatt, die rund 420 Gigawattstunden pro Jahr erzeugen. Dies entspricht 4,2 Prozent des niederösterreichischen Strombedarfs bzw. einer Versorgung von rund 120.000 Haushalten. Durch die Verbesserung der bestehenden Anlagen etwa mittels Einbaus moderner Turbinen bzw. geringfügigen Stauziel-Erhöhungen könnten zusätzlich rund 65 Gigawattstunden produziert und damit die Versorgung weiterer 18.000 Haushalte gewährleistet werden. Mit neuen Kraftwerken könnten indes rein energiewirtschaftlich betrachtet bis zu 750 Gigawattstunden jährlich erzielt werden. Berücksichtigt man dabei ökologische Kriterien, so ergibt sich ein Ausbaupotenzial von rund 50 Gigawattstunden, das aber auf 300 gesteigert werden könnte, wenn mit ökologischen Begleitmaßnahmen weitere Gewässerstrecken in die Überlegungen miteinbezogen würden.

Für die ökologischen Verbesserungen an bestehenden Kraftwerken haben der Bund und das Land Niederösterreich neue Förderungen eingerichtet. Der Bund fördert die Maßnahmen mit bis zu 30 Prozent, das Land Niederösterreich hat als bisher einziges Bundesland eine ergänzende Förderung beschlossen, durch die insgesamt eine Förderung von bis zu 55 Prozent der Investitionskosten möglich ist. Für energiewirtschaftliche Verbesserungen hat Niederösterreich eine zweite Förderschiene geschaffen, womit bis zu 25 Prozent der Investitionskosten gefördert werden können; maximal erhält der Betreiber hier 50.000 Euro Fördergeld.

Dem nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan des Bundes zufolge wären bis 2015 100 Anlagen mit Fischaufstiegshilfen zu versehen, was einer Investition von 12 Millionen Euro entspricht. Das Land Niederösterreich will hier aber mehr Geld in die Hand nehmen und solche Hilfen für insgesamt 300 Kleinwasserkraftwerke errichten. Dies entspricht Investitionen in der Höhe von 36 Millionen Euro, das Land fördert mit 9 Millionen Euro.

Schließlich hat das Land in Kooperation mit dem „Verein Kleinwasserkraft Österreich" eine Beratungsaktion gestartet, um die BetreiberInnen bestehender Anlagen über Optimierungsmöglichkeiten zu informieren und eine reibungslose Projektabwicklung zu unterstützen. So findet demnächst im Waldviertel, im Industrieviertel und im Mostviertel je eine Informationsveranstaltung statt, bei der das aktuelle Beratungs- und Förderungsprogramm vorgestellt wird. Damit die nötigen Behördenverfahren rasch und unbürokratisch abgewickelt werden können, wurden auch spezielle Behördenteams gebildet, die aus JuristInnen sowie Wasserbau- und Naturschutzsachverständigen bestehen.

„Wir glauben, damit in Niederösterreich Einiges bewegen zu können und einen Schritt weiter in Richtung Energieunabhängigkeit zu tun", so Plank abschließend.

Nähere Informationen: Büro LR Plank, Klaus Luif, Telefon 02742/9005-12705, e-mail klaus.luif@noel.gv.at.

 

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