16.01.2009 | 13:00

NÖ Patientenanwalt zur „falschen Medikation"

Bachinger fordert Zusammenarbeit von Ärzten und Apothekern

Besorgt zeigt sich der NÖ Patientenanwalt Gerald Bachinger über die jüngst präsentierten Ergebnisse einer Studie über die Verschreibungsqualität von Medikamenten. Salzburger Universitätsmediziner und Krankenhausapotheker hatten bei älteren Patienten analysiert, wie viele und welche Arzneimittel sie vor der Aufnahme ins Spital einnahmen. Die wichtigsten Ergebnisse: im Durchschnitt schluckten die Patienten mehr als sieben Medikamente, bei mehr als einem Drittel der Untersuchten fanden sich unnötige Arzneien. Die Dosierung war bei fast einem Viertel falsch und die Gefahr von Wechselwirkungen durch den Medikamenten-Mix drohte sogar bei zwei Dritteln der Patienten. Unerwünschte Wirkungen wurden bei 18 Prozent festgestellt, jeder Zehnte war deshalb ins Krankenhaus eingewiesen worden.

„Dieses blamable Zeugnis der Verschreibungspraxis in Österreich muss der längst fällige Anstoß vor allem für die Vertreter der Ärzte sein, viel enger mit den Apothekern zusammenzuarbeiten. Deren pharmazeutische Kompetenz kann die Behandlungsqualität im niedergelassenen Bereich massiv unterstützen", so Bachinger. Dazu fordert der NÖ Patientenanwalt unter anderem die rasche Umsetzung des so genannten ‚Arzneimittel-Sicherheitsgurtes\', der sich als Ziel auch im Regierungsprogramm findet. Damit können Patienten in den Apotheken ihre gesamte Medikation überprüfen lassen - diesen umfassenden „Sicherheits-Check" sollten Patienten auch direkt bei ihrem Hausarzt vorfinden.

Ein Pilotprojekt der Apotheker in Salzburg mit mehr als 9.000 teilnehmenden PatientInnen zeigt den Nutzen und die Dringlichkeit dieses „Sicherheitsgurtes".

„Dieses ‚Werkzeug\' und das Fachwissen der Apotheker schafft einen viel besseren Überblick über sämtliche verordnete und rezeptfreie Medikamente und ermöglicht sowohl eine detaillierte Einschätzung für jedes Medikament an sich als auch ein Gesamtbild der möglichen Risiken und Wirkungen aller Arzneien zueinander. Die Ärztevertreter müssen sofort diese nachgewiesene Gefährdung der älteren Patientengruppen durch Medikationsfehler ernst nehmen, um das Vertrauen der Patienten zu erhalten", so Bachinger. „Jede weitere Verzögerung gefährdet die Gesundheit der Patienten und ist fahrlässig."

Weitere Informationen: Dr. Gerald Bachinger, NÖ Patienten- und Pflegeanwaltschaft,

Telefon 02742/9005-15575, 0676/812 15575, e-mail post.ppa@noel.gv.at, http://www.patientenanwalt.com/.

 

 

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