21.11.2008 | 11:48

LHStv. Gabmann zum neuen ÖBB-Fahrplan

Bund muss gesetzlichen Versorgungsauftrag erfüllen

Ab 14. Dezember soll ein neuer ÖBB-Fahrplan gelten, der bei Pendlern und Schülern für großen Unmut sorgt. Manche Züge werden eingestellt, andere brauchen länger oder fahren früher. Landeshauptmannstellvertreter Ernest Gabmann und Friedrich Zibuschka, oberster Verkehrsplaner des Landes, informierten heute, 21. November, bei einer Pressekonferenz in St. Pölten über die derzeitigen Pläne der ÖBB und die von Niederösterreich geforderten Verbesserungen.

„Diese Fahrplanänderungen sind den Schülern und Pendlern nicht zumutbar. Der Bund und die ÖBB haben einen gesetzlichen Versorgungsauftrag zu erfüllen", betonte Gabmann. Das Land unterstütze jährlich mit 17,5 Millionen Euro die ÖBB bei Betriebskosten und Investitionen. Als erste Maßnahme reduziere Niederösterreich diese Gelder um 50 Prozent, bis von den ÖBB der Versorgungsauftrag wieder gewährleistet wird. Wo die Bahn gut verdiene, etwa auf der Westbahn, werde investiert und ausgebaut, wo weniger oder gar nicht zu verdienen sei, werde reduziert oder gar eingestellt, sagte Gabmann. Aktuelle Beispiele dafür seien der Postbus im Helenental bzw. der Flughafenbus von Baden über Mödling nach Schwechat, wo das Land nun eine Ausfallhaftung übernimmt.

Die meisten Beschwerden gibt es laut Zibuschka über die Fahrpläne auf der Nord- und Südbahn, die S 2 zwischen Laa an der Thaya und Wien, der Traisentalstrecke zwischen Lilienfeld und St. Pölten sowie der Ybbstalbahn. Behinderungen gebe es auch durch die Sperre der Tullner Donaubrücke, die generalsaniert werde und eine Umleitung der Züge der Franz-Josefs-Bahn erfordere. Positive Verhandlungsergebnisse mit den ÖBB seien bereits bei der Kamptalbahn oder bei Railjet-Halte (neue Railjet-Züge mit selektiven Halten in St. Pölten) erreicht worden, so Zibuschka.

In Niederösterreich werden bereits viele Maßnahmen umgesetzt, die sich auf den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur konzentrieren. „Als Bindeglied zwischen Straße und Schiene bietet Niederösterreich viele Park- & Ride-Anlagen mit 31.000 Stellplätzen für Autos bzw. 21.000 Stellplätzen für Zweiräder an, die den Benutzern gratis zur Verfügung stehen", so Gabmann. Darüber hinaus habe das Land auch das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln verbessert. 240 Doppelstockwaggons, von denen 180 Stück das Land zu 100 Prozent finanziert, seien in ganz Niederösterreich im Einsatz. Auch das Wieselbusnetz mit 10 Schnellbuslinien ermögliche insgesamt 650.000 Fahrgästen ein schnelles und bequemes Erreichen der Landeshauptstadt St. Pölten. Dazu konnten 20 Anrufsammeltaxisysteme mit rund 7.000 Fahrgästen pro Monat eingerichtet werden.

Weitere Informationen: Büro LHStv. Gabmann, Mag. Lukas Reutterer, Telefon 02742/9005-12026.

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