09.11.2007 | 13:08

Verein Wohnen hilft bei drohendem Wohnungsverlust

Bohuslav: Jeder Tag früher zählt

Der Verein Wohnen hilft seit fast zwei Jahrzehnten im Raum St. Pölten, Tulln und Lilienfeld bei akuten Wohnproblemen. Um den ständig wachsenden Beratungs- und Betreuungsaufwand bewältigen zu können, hat die NÖ Landesregierung die Förderung des Vereins in der Höhe von 157.300 Euro beschlossen. „Die Arbeit des Vereins werde immer wichtiger, denn ständig steigt die Zahl der Familien, die von akutem Wohnungsverlust bedroht sind", so Landesrätin Dr. Petra Bohuslav. Ein Expertenteam bietet rasche Unterstützung an. Die Serviceschwerpunkte reichen von Betreutes Wohnen und Wohnungssicherung bis hin zu Wohnassistenz und Vermittlung einer neuen Wohnmöglichkeit. So werden derzeit z. B. über Betreutes Wohnen 127 Personen in 72 Wohneinheiten versorgt. Der Verein stellt den Menschen bis zu 3 Jahre zu leistbaren Kosten Wohnungen zur Verfügung.

Ursachen für Wohnprobleme gibt es viele. Arbeitslosigkeit, Scheidung, Verschuldung, Krankheit, Sucht, lange Erwerbslosigkeit. Oft werden falsche Prioritäten bei finanziellen Verpflichtungen gesetzt oder die  Bezahlung wohnungsbezogener Kosten bis zur Zahlungsunfähigkeit aufgeschoben. Der Verlust der Wohnung bedeutet zumeist auch den Verlust des Arbeitsplatzes. Kinder werden aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen. „Das alles soll mit rechtzeitiger Beratung wirksam verhindert werden", betont Bohuslav.

Seit zwei Jahren bietet der Verein Wohnen spezielle Hilfe für Menschen an, die akut von Delogierung bedroht sind. Allein im Raum St. Pölten wurden im Vorjahr 236 Personen betreut, in 58 Fällen konnte die Wohnung erfolgreich gesichert werden. In 50 Prozent der Fälle sind Kinder betroffen. Die Beratung ist anonym und kostenlos.

Vorrangiges Ziel ist die Verhinderung von Delogierung, indem einerseits Hilfestellung für die Abdeckung des Mietrückstands gegeben wird, aber mindestens genau so wichtig ist die langfristige Absicherung der Wohnung. Besonders wichtig ist hier die enge Kooperation mit den Gemeinden, den Wohnungsgenossenschaften und den privaten Vermietern, damit Mietrückstände frühzeitig mitgeteilt werden. Der Verein Wohnen bietet diese Wohnungssicherung für St. Pölten, Lilienfeld, Tulln und im Bereich Purkersdorf an. Landesweit werden 4.500 Delogierungsanträge jährlich bei Gerichten eingebracht. Schätzungen sprechen von rund 8.000 Menschen, die jährlich vom Verlust der Wohnung bedroht sind. Für rund 1.600 heißt es tatsächlich raus.

Weitere Informationen über den Verein Wohnen unter der Telefonnummer 02742/470 76, Montag von 14 bis 16 Uhr und Dienstag bis Freitag von 9 bis 11 Uhr und 14 bis 16 Uhr.

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