16.10.2007 | 14:59

In NÖ liegt Armutsgefährdungsquote derzeit bei 12,9 Prozent

Schabl: Soziale Herkunft und Bildung bestimmen Lebensweg

Ein Vergleich über die letzten fünf Jahre zeigt, dass sowohl die Anzahl jener Personen, die im Sozialnetz aufgefangen werden mussten, als auch die dafür aufzuwendenden Mittel in Niederösterreich rasant angestiegen sind. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger geraten in Situationen, die sie alleine nicht mehr bewältigen können und wofür sie zumindest in bestimmten Notlagen die Hilfe der Allgemeinheit in Anspruch nehmen müssen.

„In Niederösterreich liegt die Armutsgefährdungsquote derzeit bei 12,9 Prozent. Allerdings wären ohne Sozialleistungen rund 43 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet", macht Sozial-Landesrat Emil Schabl anlässlich des morgigen Internationalen Tages für die Beseitigung der Armut auf eine ernüchternde Entwicklung aufmerksam.

Österreichweit sind 420.000 Menschen von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen, knapp eine Million Menschen „armutsgefährdet", Frauen stärker als Männer. Ein Viertel der Armutsbevölkerung sind Kinder. Dabei sind heute als „arm" nicht nur jene Menschen zu bezeichnen, die kein Dach über ihrem Kopf haben, sondern auch jene, die am Alltagsleben nicht teilnehmen können und mit schwierigsten Lebensbedingungen zu kämpfen haben. Nach wie vor ist die soziale Herkunft für den weiteren Bildungs- und Lebensweg in Österreich von Belang.

„Der Zugang zur Bildung darf nicht vom wirtschaftlichen Status der Eltern abhängen. Zahlreiche internationale Studien belegen aber eben diesen Zusammenhang. Gerade in Schulsystemen wie unserem, wo eine frühe Trennung erfolgt, sind die Leistungen der Kinder von der Geldbörse der Eltern bestimmt. Umgekehrt haben die Jugendlichen gemäß ihrer Talente mehr Chancen, Leistungen zu erbringen, umso weniger selektiert wird", so Schabl abschließend.

 

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