14.06.2007 | 11:31

Land bietet Pflegeberatungsscheck

Bohuslav: NÖ besitzt flächendeckendes Netz an Pflegeangeboten

Niederösterreich besitze ein flächendeckendes Netz an professionellen Pflegeangeboten, sagte heute, Donnerstag, Sozial-Landesrätin Dr. Petra Bohuslav in einer Pressekonferenz in St. Pölten. Die 48 Landesheime und 45 Vertragsheime mit 7.700 Pflegebetten und fünf Trägerorganisationen (Caritas St. Pölten, Caritas Wien, NÖ Hilfswerk, NÖ Volkshilfe und Rotes Kreuz NÖ) erreichen mit ihren sozialen und sozialmedizinischen Diensten rund 13.000 Menschen.

Die Pflegeheime würden jetzt zur Unterstützung der pflegenden Angehörigen auch neue Betreuungsformen anbieten, so etwa die Urlaubs- oder Kurzzeitpflege mit einer Dauer von einer Woche bis zu sechs Wochen, erläuterte Bohuslav. Dieses Angebot würde bis Ende 2007 von derzeit 100 auf rund 150 Betten ausgedehnt, sei in jedem Heim möglich und koste durchschnittlich 70 Euro pro Tag.

Als zweite Säule der Unterstützung nannte Bohuslav die integrierte Tagespflege, bei der man die pflegebedürftigen Menschen um 46 Euro pro Tag in jedem der 48 Landesheime von Montag bis Freitag als Tagesgäste unterbringen könne; hier sei ein Zuschuss der Sozialhilfe möglich. Die „dritte Säule“ sei die ehrenamtliche Pflege; 350 engagierte Menschen im NÖ Hilfswerk und über 1.500 Menschen in den Landespflegeheimen würden dafür die „NÖ Card“ als „kleines Dankeschön“ erhalten.

Ab Jahresbeginn würden „Urlaubsschecks“ die pflegenden Angehörigen mit kostengünstigeren Ferientagen belohnen; hier betrage der Zuschuss des Landes für einen Urlaub in Österreich 100 Euro, für einen Urlaub in Niederösterreich zahle man 120 Euro. Seit Jahresbeginn seien dafür über 150 Anträge gestellt worden.

Die Einrichtung der Pflege-Hotline (02742/9005-9095), die von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr zur Verfügung steht, habe sich bewährt. Bei dieser Hotline könne man auch den neuen Pflegeberatungsscheck anfordern, „und zwar vollkommen kostenlos“. „Die Kosten übernimmt das Land Niederösterreich“, so Bohuslav. Eine diplomierte Fachkraft berate dann die Menschen zu Hause und ohne Kosten zu allen Fragen rund um die Pflege in Niederösterreich. Mit diesem Beratungsscheck würde man auch eine Kontaktliste zu den fünf Trägerorganisationen erhalten. Bei allen Anträgen auf Pflegegeld würde der Beratungsscheck auch von den Sozialversicherungsträgern zugeschickt.

Dass sich die Verhandler auf Bundesebene gestern über die Pflege einigten, sei „ein Schritt in die richtige Richtung“, meinte Bohuslav. Sie vermisse aber das Fehlen von zwei Punkten, nämlich eine Valorisierung des Pflegegeldes (hier forderte sie eine jährliche Valorisierung) und eine stärkere Berücksichtigung von Demenzerkrankten in den Pflegestufen.


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