06.06.2007 | 12:48

Vielen Jugendlichen sind Probleme durch Schulden nicht bewusst

Schabl: Immer mehr junge Menschen tappen in die Schuldenfalle

Immer mehr junge Menschen tappen in die Schuldenfalle, sagte Konsumentenschutz-Landesrat Emil Schabl heute bei einer Pressekonferenz zum Thema „Jugend und Geld - du hast es in der Hand!“ in St. Pölten. Daher habe er sich gemeinsam mit der AKNÖ und der Schuldnerberatung NÖ das Ziel gesetzt, möglichst früh auf die Risken der Verschuldung aufmerksam zu machen. „Vielen Jugendlichen sind nämlich die Probleme, die Schulden nach sich ziehen, nicht bewusst. Für sie ist Schuldenmachen ‚cool’“, so Schabl.

„Das Ansparen für Anschaffungen, wie früher selbstverständlich, gibt es beinahe nicht mehr“, berichtete Schabl. Auch Zahlen würden belegen, dass eine beträchtliche Anzahl von Jugendlichen und jungen Erwachsenen von Schuldenproblemen betroffen sei: In Niederösterreich hätten im Jahr 2006 insgesamt 432 Jugendliche Kontakt mit der Schuldnerberatung aufgenommen, davon seien 44 Prozent arbeitslos gewesen. 33 Prozent der Jugendlichen würden sich auf Grund ihres Konsumverhaltens verschulden, für 26 Prozent sei eine Verschlechterung des Einkommens die Ursache. Das Einkommen der Betroffenen betrage durchschnittlich 796 Euro, die Durchschnittsverschuldung aber 23.861,29 Euro.

Ein niedriges Einkommen würde zu hohen Anschaffungspreisen im Widerspruch stehen, erklärte Manfred Posch von der Schuldnerberatung NÖ. Jugendliche bzw. junge Erwachsene seien deshalb stärker von Überschuldung betroffen, ab dem 18. Lebensjahr aber voll geschäftsfähige Teilnehmer am Wirtschaftsleben. Mag. Helmut Guth von der AKNÖ forderte deshalb ebenso wie die Schuldnerberatung für 13- bis 14-Jährige und danach auch für die berufsbildenden Schultypen das verpflichtende Unterrichtsfach Verbraucherbildung als Schutz gegen Übervorteilung.

Eine von der AKNÖ und der Schuldnerberatung NÖ verfasste Broschüre, die Jugendliche auf ihre Rechte und Pflichten aufmerksam macht, mit bargeldlosem Zahlungsverkehr, Kredit, Leasing, Bürgschaft, Handy und Internet vertraut macht, aber auch auf Grauzonen wie Fitness-Studios oder Glücksspiele hinweist, kann bei der AKNÖ unter 05/7171-1212 bezogen werden.


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