04.06.2007 | 09:18

Europa-Forum Wachau eröffnet

Pröll: Mit mehr Schwung in die europäische Zukunft

„Ein bürgernahes Europa von Menschen für Menschen“ lautete das zentrale Thema des Europa-Forums Wachau, das am Wochenende im Stift Göttweig abgehalten wurde. Politiker, Experten und Journalisten aus Österreich, den mittel- und osteuropäischen Staaten sowie aus weiteren Mitgliedsländern der Europäischen Union diskutierten dabei über Aufgaben und Ziele eines vereinten Europa.

Vor fünfzig Jahren sei mit den Römischen Verträgen der Grundstein für das erfolgreiche Friedensprojekt gelegt worden, meinte Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner. Dieses einzigartige Gemeinschaftsprojekt habe seither zu mehr Frieden, Sicherheit und Wohlstand beigetragen. Auch nach 50 Jahren und in einer völlig gewandelten Welt wirke das europäische Gemeinschaftswerk positiv in die Zukunft fort. Die Europäische Union sei mittlerweile ein unverwechselbares Modellprojekt, das fast eine halbe Milliarde Menschen unter Achtung aller Unterschiede verbindet.

Zur Bilanz der österreichischen EU-Mitgliedschaft sagte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, dass diese Niederösterreich sehr viel Positives gebracht habe. So sei beispielsweise die niederösterreichische Wirtschaft im letzten Jahr um 3,8 Prozent gewachsen. In den beiden anderen Bundesländern der Ostregion, Burgenland und Wien, seien es nur 2,6 bzw. 2,2 Prozent gewesen. Getragen werde diese überdurchschnittlich starke ökonomische Entwicklung vor allem durch den hohen Grad der Internationalisierung der heimischen Wirtschaft. Mittlerweile sei Niederösterreich mit einem Außenhandelsanteil von 25 Prozent überproportional stark mit den neuen EU-Nachbarländern verknüpft. Österreichweit liege dieser Anteil bei nur 16 Prozent.

Gleichzeitig erscheine, so Pröll weiter, Europa in der Öffentlichkeit immer gegensätzlicher und widersprüchlicher: Der weiteren europäischen Einigung fehle auf dem Weg in die Zukunft der notwendige Schwung. Der Wohlstand in Europa werde zwar immer größer, gleichzeitig gebe es aber ein Defizit beim Sicherheitsgefühl und beim sozialen Ausgleich, so Pröll.

Der Landeshauptmann verlangte zur Gewährleistung der bestmöglichen Sicherheit im Landesinneren auch bessere Sicherheitsstandards bei einer Erweiterung des EU-Schengenraumes. Schengen müsse ein Mehr an Sicherheit bringen, so Pröll.

Gäste beim diesjährigen Europa-Form Wachau waren u. a. Dipl.Ing. José Socrates, Ministerpräsident der portugiesischen Republik, Prof. Dr. Danuta Hübner, EU-Kommissarin für Regionalpolitik, Dr. Kinga Göncz, Außenministerin der Republik Ungarn, sowie Prof. Paul Lendvai, Kommentator und Konsulent für internationale Kontakte.

Nähere Informationen: www.europaforum.at.


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