23.05.2007 | 13:11

Morgen wird Nitsch-Museum in Mistelbach eröffnet

Pröll: Werke und Werte eines Künstlers von Weltruf im Land halten

Von einem zukunftsweisenden Signal für das ganze Weinviertel, die einst hart geprüfte Region, sprach Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll heute, 23. Mai, einen Tag vor der Eröffnung des Hermann Nitsch-Museums im Museumszentrum Mistelbach. Das Nitsch-Museum ist die erste Stufe und mit rund einem Drittel der Ausstellungsfläche das Herzstück des Zentrums auf dem Gelände einer ehemaligen Pflugfabrik. Weitere Schritte sind ein Internationales Messweinarchiv, ein Dionysos-Garten und die „Lebenswelt Weinviertel“ (Herbst 2007).

Mit einem unverwechselbaren Profil auch im kulturellen Bereich könne sich Niederösterreich in ein buntes, abwechslungsreiches Europa einbringen, nannte der Landeshauptmann an bereits „begreifbaren“ Beispielen der Kulturarbeit im Weinviertel, das Puppentheaterfestival Mistelbach, das Museum für Urgeschichte und den Filmhof in Asparn an der Zaya sowie die Landesausstellung 2005 am Heldenberg, die heute noch Früchte trage. Die vom Museumszentrum Mistelbach ausgehenden Impulse ließen sich heute noch gar nicht abschätzen.

Kernüberlegung, Hermann Nitsch in Mistelbach zu positionieren, sei gewesen, so Pröll weiter, Werke und Werte eines Künstlers von Weltruf im Land zu halten. Der national und international anerkannte österreichische – aber vor allem auch niederösterreichische – Künstler sei mit dem Weinviertel mit unglaublich starker Emotion verbunden. Nitsch bekenne sich nicht nur zu Niederösterreich, sondern habe auch unglaublich viel in das Land investiert, seine Werke hätten Wert und schafften Werte. Nach dem Gauermann-Museum in Miesenbach, der Kokoschka-Dokumentation in Pöchlarn und dem Schiele-Museum in Tulln sowie noch vor dem im Entstehen befindliche Frohner-Forum in Krems und dem Rainer-Museum in Baden sei das Nitsch-Museum ein weiterer wichtiger Meilenstein für die Entwicklung des Schauplatzes Niederösterreich.

Die niederösterreichische Kulturpolitik trete dafür ein, historische Bausubstanz mit neuem Leben zu erfüllen, offen gegenüber allen Strömungen zu sein, Freiheit und Unabhängigkeit der Künstler zu fördern und Impulse für die Regionen zu geben. Das NÖ Kulturbudget sei nicht zuletzt deshalb verdoppelt worden (auf 106 Millionen Euro im Jahr 2007), weil eine lebendige und bunte kulturelle Szene der beste und zuverlässigste Motor für die wirtschaftliche Entwicklung sei. Hauptfaktor für das gegenüber der Ostregion und der ganzen Republik überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum sei die offensive Kulturpolitik des Landes, so der Landeshauptmann abschließend.

Hermann Nitsch betonte seine innige Verbindung zu der „weitgehend unverdorbenen“ Landschaft des Weinviertels. Das Weinviertel sei für ihn „Mittelpunkt der Welt“, trotzdem sei er kein „Heimatkünstler“. Sein „Bayreuth“ in Prinzendorf habe er ohne öffentliche Hilfe oder private Sponsoren realisiert, das Nitsch-Museum in Mistelbach wiederum gebe es ohne den Einsatz des Landeshauptmannes nicht. Er sei sehr dankbar, dass sich auf der Linie Prinzendorf-Mistelbach große Kunst nicht nur im Stillen, sondern nun auch öffentlich vollziehen könne.

Das Museumszentrum Mistelbach ist mit Gesamtkosten von rund 5 Millionen Euro verbunden, davon trägt das Land Niederösterreich rund 4 Millionen Euro. Erwartet werden mindestens 20.000 bis 25.000 Besucher pro Jahr. Hermann Nitsch stellt seine Werke dem Museumszentrum für 40 Jahre unentgeltlich zur Verfügung. Im Rahmen der Erstpräsentation sind u. a. ca. 150 Bilder und Schüttbilder, rund 75 Grafiken, etwa 80 Messgewänder, rund 80 Schreine, ca. 500 Fotografien, ausgewählte Videos sowie Relikte und Werkzeuge des Orgien-Mysterien-Theaters zu sehen.

Nähere Informationen beim Museumszentrum Mistelbach unter 02572/207 19, e-mail office@mzmistelbach.at und www.mzmistelbach.at.


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