11.05.2007 | 12:29

Mikl-Leitner stellte Frauenstudie 2007 vor

„Familien- und Erziehungsarbeit lastet großteils auf Frauenschultern“

Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner stellte heute, Freitag, 11. Mai, in St. Pölten unter dem Titel „Was Frauen wirklich wollen!“ die Eckdaten der Frauenstudie 2007 vor, die von Mag. Birgit Woitech und Sybille Reidl verfasst wurde. Ziel dieser Studie mit über 700 befragten Frauen im Alter von 19 bis 65 Jahren war es, die Wünsche und Bedürfnisse der Frauen zu durchleuchten, um danach Maßnahmen und Initiativen für die Chancengleichheit setzen zu können.

Nach wie vor gebe es Unterschiede zwischen den Einkommen von Frauen und Männern, sagte Mikl-Leitner. Bei Vollzeitbeschäftigung verdiene ein Mann in Niederösterreich durchschnittlich 1.692 Euro netto, eine Frau 1.273 Euro. 43 Prozent der Frauen, aber nur 10 Prozent der Männer seien teilzeitbeschäftigt. Die Teilzeitbeschäftigung werde aber von Frauen oft bewusst gewählt, um genug Zeit für die Kinder zu haben. Bei den Einkommensunterschieden setze man mit der Regionalförderpolitik an. Niederösterreich sei das einzige Bundesland mit einer Genderstelle, die Verantwortung dafür trage, dass die Mittel aus der EU gendergerecht verwendet werden, meinte Mikl-Leitner.

Mehr als die Hälfte der befragten Frauen würden in Dienstleistungsberufen arbeiten, rund 35 Prozent in der Verwaltung bzw. im Büro und etwa 21 Prozent im Verkauf, erläuterte Mikl-Leitner. Nur ein „verschwindender Anteil“ von Frauen würden dagegen in technischen und wissenschaftlichen Bereichen arbeiten, in denen man gut verdiene. Es sei also wichtig, Mädchen und junge Frauen zu sensibilisieren, die richtige Berufswahl zu treffen. Das Projekt „Mut für Mädchen in technischen Berufen“ sei eine der Antworten, und ein Pilotprojekt an der HTL St. Pölten habe dort den Anteil der Mädchen von 2,9 auf 6 Prozent ansteigen lassen.

Die Hauptlast der Familien- und Erziehungsarbeit laste nach wie vor auf den Schultern der Frauen, klagte Mikl-Leitner. Niederösterreichische Frauen, so die Studie, würden 80 Prozent der Hausarbeit erledigen, das bedeute 21 Stunden pro Woche, und sie würden rund drei Viertel der Kinderbetreuung - 31 Stunden pro Woche - übernehmen. Eine der wichtigsten Einrichtungen der Betreuungsunterstützung seien die Kindergärten. „94 Prozent der Eltern, dessen Kind einen Landeskindergarten besuchen, sind mit der pädagogischen Qualität und mit der Unterstützung, Familie und Beruf zu vereinbaren, sehr zufrieden bzw. zufrieden“, freute sich Mikl-Leitner. Neun Prozent der Frauen würden einen Privatkindergarten, zehn Prozent einen Hort und acht Prozent die schulische Nachmittagsbetreuung nutzen. Auch die Tagesmütter werde man als Betreuungshilfe weiterhin ausbauen. Bei der Betreuung der bis zu dreijährigen Kinder sei man auf einem sehr guten Weg, so Mikl-Leitner abschließend.


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