04.04.2007 | 12:53

Studie über Jugendliche und ihr Körperbild

Mikl-Leitner: Zu großer Leistungsdruck führt zu Ess-Störungen

Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner, Psychotherapeutin Prof. Dr. Rotraud A. Perner, Leiterin des Instituts für Stressprophylaxe und Salutogenese, sowie Dr. Michael Benesch von der Medizinischen Universität Wien präsentierten heute, 4. April, in St. Pölten die Studie „Körper – Sport – Stress: Ich mag mich nicht, Jugendliche und ihr Körperbild“. Dabei wurde das Stressverhalten bei jugendlichen Sportlern untersucht und erstmals auch das soziale Umfeld wie Trainer, Lehrer und Eltern in die Befragung miteinbezogen. Die untersuchte Zielgruppe reichte von Grundschülern bis zu Absolventen von Leistungssportzentren.

„Einseitige Diätprogramme schädigen die Gesundheit und führen zu einem gestörten Essverhalten“, betonte Mikl-Leitner. Davon abgesehen würden aber auch übermäßiger Leistungsdruck und falsche Schlankheitsideale Ursachen für chronische Erkrankungen und Magersucht sein. In diesem Zusammenhang biete das Land umfassende Beratung und Betreuung für Jugendliche und Eltern an, um besonders präventiv zu helfen. Dabei leiste die NÖ Elternschule wertvolle Arbeit gegen den „Schlankheitswahn“ unter den Mädchen. Bereits 30 Prozent der weiblichen Jugendlichen haben ein abnormales Essverhalten.

Für Rotraud Perner entsteht Stress durch von außen induzierten Leistungsdruck. Beispielsweise, indem von der „Seitenblicke-Gesellschaft“ verlangt werde, einem bestimmten Idealbild zu entsprechen. Stress sei aber oft auch selbst gemacht, vor allem dadurch, dass man einem bestimmten Idealbild entsprechen wolle.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist „dünn sein“ das Schönheitsideal überhaupt. Die historische Bedeutung des „Dickseins“ hat sich komplett umgekehrt. Galt Leibesfülle früher als Zeichen des Wohlstands, so ist sie heute Kennzeichen der Unterschicht, für die weniger Privilegierten, die Fehlernährten. Wer ungebildet ist und wenig Geld verdient, ist immer öfter auch übergewichtig – dies ist durch zahlreiche Sozialstudien belegt.

Das Buch „Körper – Sport – Stress“ von Rotraud A. Perner ist beim aaptos Verlag, 2243 Matzen, Bahnstraße 24, Telefon 02289/278 78, e-mail aaptos@perner.info, erhältlich.

Weitere Informationen: www.perner.info.


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