09.01.2007 | 19:14

Requiem für Liese Prokop im St. Pöltener Dom

BK Schüssel, LH Pröll und Franz Löschnak sprachen Worte des Gedenkens

Im Dom zu St. Pölten fand heute, Dienstagnachmittag, das Requiem für die verstorbene Innenministerin Liese Prokop statt. Neben den politischen Spitzen der Republik Österreich, angeführt von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel, und des Landes Niederösterreich mit Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll an der Spitze nahmen auch zahlreiche hohe politische Repräsentanten aus dem Ausland an den Trauerfeierlichkeiten teil. Das Requiem wurde von Kardinal Christoph Schönborn zelebriert.

Zum Ende des Requiems sprachen Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und der Präsident der Bundessportorganisation, der ehemalige Innenminister Franz Löschnak, Worte des Gedenkens.

Für Landeshauptmann ist „Liese immer Liese geblieben“. Sie war für ihn nicht nur ein treuer Freund und großartiger Wegbegleiter, sie war auch ein Vorbild an Einsatz, Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit – „gelernt im Sport und gelebt in der Politik“. Pröll erinnerte auch daran, dass Liese Prokop die erste politische Quereinsteigerin war (als Abgeordnete 1969), die erste Frau als Mitglied der Landesregierung, die erste Frau als Landeshauptmannstellvertreter und die erste Frau als Innenministerin der Republik. Politik sei für sie, so Pröll, immer eine Herzenssache und eine Lebensfreude gewesen, offen für alle Sorgen und Nöte der Menschen. „Nicht das Amt war ihr wichtig, sondern immer die Menschen“, sagte der Landeshauptmann. Dazu sei Liese Prokop immer „für Menschlichkeit eingetreten und für Ehrlichkeit aufgetreten“. Er, Pröll, hatte das Glück und die Freude, 26 Jahre lang Seite an Seite von Liese Prokop wirken zu dürfen.

Bundeskanzler Schüssel bezeichnete Liese Prokop als außergewöhnliche Frau mit Augenmaß, Intuition und Hausverstand, die auch im Innenressort ihre Fähigkeiten als hochprofessionelle Analytikerin mit hohen Sachverständnis unter Beweis gestellt habe. Dazu habe sie, unaufgeregt und souverän, überall zur Gemeinschaft beigetragen und viele Brücken gebaut und sei immer auch bereit gewesen, zuzuhören und den Ausgleich zu suchen. Die besondere Anerkennung Liese Prokops werde auch dadurch sichtbar, dass sich unter den Trauergästen 40 internationale Gäste, darunter 22 Regierungsmitglieder, befinden, so Schüssel.

Für Löschnak war Liese Prokop neben ihren politischen Funktionen vor allem auch eine Botschafterin des Sports. Als Vorzeigeathletin habe sie Meilensteine gesetzt. Auch als Politikerin und Funktionärin sei sie immer ein ruhender Pol, ein Motor fürs Neue und eine Mahnerin des Spitzensports gewesen. Im Namen von „zwei Millionen Sportlern und Hunderttausenden Funktionären“ sprach er der Verstorbenen seinen ganz besonderen Dank aus.


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