18.10.2006 | 09:39

Bioland Nummer eins braucht weitere Bio-Bauern

Plank: Biolandwirtschaft wichtig für Klima- und Hochwasserschutz

Jährlich werden in Österreich rund 500 Millionen Euro Umsatz mit Bio-Lebensmitteln gemacht, 64 Prozent davon in Supermärkten, 14 Prozent im Naturkost-Fachhandel sowie jeweils 6 Prozent in der Gemeinschaftsverpflegung und in der Direktvermarktung, 6 Prozent der österreichischen Produkte werden exportiert. Österreich ist dabei mit 13 Prozent Biobauern- bzw. 14 Prozent Flächenanteil das Bioland Nummer eins in Europa, wobei Niederösterreich mit mehr als 4.200 von insgesamt rund 20.000 Biobauern eine starke Rolle spielt.

Vor diesem Hintergrund zeigt eine Markterhebung von „Bio Austria“, dass die Nachfrage nach heimischen Bio-Lebensmitteln längst das Angebot übersteigt und daher mehr Bio-Bauern dringend notwendig seien. Während der Markt bei Getreide ausgeglichen ist, übersteigt demnach etwa bei Bioschweinen die Inlandsnachfrage das derzeitige Angebot um 20 Prozent. Engpässe gibt es auch bei Jungrindern, und neue Marktchancen ortet man bei Bioputen. Eine regelrechte Knappheit herrscht bei Obst und Gemüse: Nur 10 Prozent der biologisch produzierten Birnen bzw. 40 Prozent der Äpfel sind „Bio made in Austria“, der Rest muss importiert werden.

Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass der Qualität entscheidende Bedeutung zukomme, die Konsumenten zeigten eine starke Tendenz zu hochqualitativen Lebensmitteln und ließen sich diese auch etwas kosten, wodurch die Landwirtschaft wiederum höhere Preise erzielen könne. Auch bei der Initiative „So schmeckt NÖ“ spielten Bioprodukte eine wichtige Rolle, im Mittelpunkt stünden dabei Geschmackserlebnis, Regionalität und Saisonalität.

Zudem sei die Biolandwirtschaft ein wichtiger Faktor für den Hochwasser- und Klimaschutz. Die gute Struktur des Bodens sorge für verbesserte Wasserspeicherung, wohingegen leichtlösliche Mineraldünger, die im Biolandbau nicht eingesetzt werden dürfen, zusätzlich die Bindesubstanz der Bodenkrümel zerstören, wodurch der Boden zerfalle, abgetragen werde und das Wasserhaltevermögen verloren gehe. Nicht zuletzt binde der Humus im Boden das Treibhausgas CO2. „Je mehr Betriebe nach Biorichtlinien wirtschaften, umso eher kann das Kyoto-Ziel erreicht werden“, so Plank.

Nähere Informationen bei „Bio Austria“/Niederösterreich und Wien unter 0676/842 21 43 54, Ing. Elfriede Berger, e-mail elfriede.berger@bio-austria.at und www.bio-austria.at.


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