19.12.2006 | 13:20

Land NÖ übernimmt mit Anfang 2007 das Humanis-Klinikum

LH Pröll unterzeichnete heute den Vertrag

Die Weichen im niederösterreichischen Spitalswesen werden weiter neu gestellt: Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und die Bürgermeister der Stadtgemeinden Korneuburg und Stockerau, Wolfgang Peterl und Helmut Laab, unterzeichneten heute in St. Pölten den Vertrag für die Übernahme des Humanis-Klinikums durch das Land. Die Spitäler in Korneuburg und Stockerau werden mit Beginn des Jahres 2007 vom Land Niederösterreich geführt. Das Land hat damit bereits die Trägerschaft von 24 der insgesamt 27 Krankenhäuser in Niederösterreich inne.

Für den Landeshauptmann ist mit der Übernahme der Spitäler durch das Land neben der Sicherung der beiden Standorte auch die Erhaltung von rund 700 Arbeitsplätzen verbunden. „Mit dem Ziel, auch in Zukunft die bestmögliche medizinische Versorgung in der Region zu gewährleisten“, so Pröll. Letztlich hätten die ehrlichen und konstruktiven Gespräche dieses Ergebnis ermöglicht. Korneuburg und Stockerau würden damit jährlich mit rund 8 Millionen Euro das Gemeindebudget entlasten. Gelder, die nun für andere kommunale Aufgaben zur Verfügung stünden.

Der Startschuss für die Übernahme der Gemeindespitäler in Niederösterreich erfolgte vor rund fünf Jahren. Das Land habe seinerzeit den Gemeinden ein Hilfsangebot unterbreitet, so Pröll. Anfang 2005 übernahm das Land zunächst acht Krankenhäuser (Amstetten, Gmünd, Hainburg, Hollabrunn, Lilienfeld, Waidhofen an der Thaya, Mistelbach und St. Pölten) mit insgesamt 7.000 Mitarbeitern. In einer weiteren Tranche folgten Anfang 2006 acht weitere Krankenhäuser (Krems, Scheibbs, Waidhofen an der Ybbs, Zwettl, Melk und das Waldviertelklinikum mit den Standorten Allentsteig, Horn und Eggenburg) mit rund 4.000 Mitarbeitern diesem Beispiel. Das Einsparungspotenzial für die Gemeinden bezifferte Landeshauptmann Pröll mit rund 90 Millionen Euro pro Jahr.

Die beiden Spitäler werden laut Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka nun auch unter dem gemeinsamen Dach der Landeskliniken-Holding zusammengefasst. Diese Holding zeichnet u. a. für die operative Betriebsführung und das kaufmännische und medizinische Management der Spitäler verantwortlich. Dazu sollen in den nächsten Jahren rund 950 Millionen Euro in die Krankenhausstandorte in Niederösterreich investiert werden.

Auch die Gemeinden der Krankenhäuser in Klosterneuburg sowie in Neunkirchen und Wiener Neustadt sind bereits an das Land herangetreten, mit ihnen Verhandlungen wegen einer Übernahme der Spitäler aufzunehmen. Die bisherigen Gespräche mit Neunkirchen und vor allem mit Wiener Neustadt seien bisher jedoch wenig zielführend gewesen; Anfang bzw. Mitte Jänner werde es jedoch neuerliche Gespräche geben, stellte der Landeshauptmann in Aussicht. Sollte eine sachliche Gesprächsbasis gefunden werden, sei eine Übernahme dieser Spitäler mit Anfang 2008 durchaus möglich, so Pröll. Das gelte auch für das Spital in Klosterneuburg, das derzeit jedoch einen Vertrag mit Humanomed hat.


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