24.11.2006 | 14:07

Jede fünfte Frau in Österreich von Gewalt betroffen

Mikl-Leitner: Frauen Auswege aus der Gewaltspirale zeigen

Weltweit wird am 25. November auf die Gewalt an Frauen hingewiesen. Dieses Thema stand heute auch im Mittelpunkt einer Pressekonferenz mit Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner im Landhaus in St. Pölten. Jede fünfte Frau in Österreich sei von Gewalt betroffen, so Mikl-Leitner. Daher sei es so wichtig, den Frauen Auswege aus der Gewaltspirale zu zeigen. Viele der betroffenen Frauen hätten freilich oft eine große Scham, sich helfen zu lassen; hier herrsche Angst, dass die Gewaltanwendung ein noch stärkeres Ausmaß annehme.

In Niederösterreich stünden sechs Frauenhäuser (Amstetten, St. Pölten, Neunkirchen, Mistelbach, Mödling und Wiener Neustadt) zur Verfügung. 2006 hätten bereits, so Mikl-Leitner weiter, 290 Frauen und 282 Kinder Schutz in einem Frauenhaus gefunden. Auch die „Interventionsstelle Niederösterreich gegen Gewalt in der Familie“ in St. Pölten mit Außenstellen in Wiener Neustadt und Zwettl biete den betroffenen Frauen Unterstützung. Rund 700 Frauen seien hier 2006 bereits beraten worden. Mikl-Leitner: „Wir wissen aber, dass viele Frauen den Weg aus der Anonymität scheuen.“ Daher wurde als vorgelagerte Einrichtung das Frauentelefon mit der Nummer 0800 800 810 als erste Ansprechstelle geschaffen. Diese Telefonnummer hätten bis jetzt, nach elf Monaten Einsatz, bereits über 1.500 Frauen genützt. Als weitere Maßnahme nannte Mikl-Leitner die derzeit freiwillige Schulung des Krankenhauspersonals; in Zukunft soll daraus eine Verpflichtung werden.

Die Interventionsstelle Niederösterreich, die im Auftrag der Bundesministerien für Inneres sowie für Gesundheit und Frauen arbeitet, und das „Haus der Frau“ (Frauenhaus) in St. Pölten veranstalten von Montag, 27. November, bis Freitag, 1. Dezember 2006, jeweils von 10 bis 17 Uhr im St. Pöltner Landhaus, Haus 1, zu diesem Thema die Ausstellung „Hinter der Fassade“. Die Wanderausstellung wird vom NÖ Frauenreferat und vom Bundesministerium für Inneres gefördert und ist als Wohnung mit vier Räumen konzipiert.

Weitere Informationen zur Wanderausstellung: Telefon 02742/319 66.


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