11.12.2006 | 16:37

NÖ Mobilfunkpakt – Jahresbericht 2006

Pröll: Bis jetzt Neubau von 146 Handymasten eingespart

Bei der ersten Jahresbilanz zum NÖ Mobilfunkpakt erinnerte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll heute, 11. Dezember, im Palais Niederösterreich in Wien an die vor rund einem Jahr formulierten fünf Ziele einer Reduktion um mindestens 400 bei einzeln genutzten Handymasten, einer 80-prozentigen Mehrfachnutzung bei neu zu errichtenden Masten, einer Kostenweitergabe, einer Mitwirkungsmöglichkeit der Gemeinden sowie einer Erstellung von Jahresberichten.

Mittlerweile seien alle 110 Optimierungsgebiete besichtigt und analysiert, so der Landeshauptmann weiter. Rund 15 Masten seien bereits abgebaut oder befänden sich knapp vor einem Abbau, die letzten davon in Öd, Lanzenkirchen und Spillern. Die Zahl der ursprünglich 800 einzeln genutzten Mastenstandorte sei auf 657 reduziert worden. Im ersten Jahr seien 29 Masten neu gebaut, aber die Errichtung von 146 neuen Masten (mit Kosten von jeweils rund 100.000 Euro) eingespart worden. Der Anteil der Mehrfachnutzung sei in Niederösterreich von 37 auf derzeit 50 Prozent erhöht worden, das Ziel liege bei 67 Prozent.

Beim Neubau von Masten liege die Mehrfachnutzung derzeit bei 62 Prozent, er sei zuversichtlich, so Pröll, das Soll von 80 Prozent bis zum Jahr 2008 zu erreichen. Dass die Endkundenpreise seit Ende 2005 um ca. 9,5 Prozent gesunken seien, sei zu einem Großteil auf den Mobilfunkpakt zurückzuführen. Schließlich seien in Niederösterreich bis dato 333 Gemeinden dem Pakt beigetreten, erste Mitwirkungsverfahren (in Klosterneuburg und Neunkirchen) seien bereits abgeschlossen.

Für T-Mobile hielt Dr. Georg Pölzl fest, dass die Effizienzsteigerung durch den Mobilfunkpakt entscheidend zur Preisreduktion beigetragen habe. Er hoffe, dass dieser Geist der Zusammenarbeit auch in anderen Bundesländern Einzug halte.

Joergen Bang-Jensen (One) führte aus, angesichts der mittlerweile bereits 13 kommerziellen Betreiber in Österreich sei es umso wichtiger, dass es Landeshauptmann Pröll gelungen sei, alle großen Mobilfunkbetreiber an einen Tisch zu bringen.

Dr. Boris Nemsic (Mobilkom) meinte, ob freiwillig oder unfreiwillig, sei heute egal, der Pakt sei eine gute Idee gewesen, die Umsetzung wäre noch besser und das beste positive Beispiel für eine vernünftige und gute Zusammenarbeit.

In einer abschließenden politischen Beurteilung des Paktes, der auf dem Prinzip der Freiwilligkeit statt auf einer gesetzlichen Regelung basiere, sagte VP-Klubobmann Mag. Klaus Schneeberger, Niederösterreich verfüge zum Glück über eine klare Mehrheit, um in dieser Angelegenheit „mit einer Zunge sprechen zu können“. Zudem sei jeder Pakt nur so gut, wie er gelebt werde, das liege jetzt an den Gemeinden.


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