13.12.2006 | 13:22

NÖ Wohnhilfe: Wohnen darf keine Frage des Geldes sein

Bohuslav, Sobotka: Rasche und nachhaltige Hilfe für Betroffene

„In Niederösterreich darf auch in Zukunft keine Familie auf der Straße stehen. Dafür sorgt die NÖ Wohnhilfe - durch die Wohnungssicherung und die Vermittlung neuer Wohnungen. Soforthilfe sowie Beratung und Begleitung sollen zu einer anhaltenden Stabilisierung der Lebenssituation beitragen“, betonten die Landesräte Dr. Petra Bohuslav und Mag. Wolfgang Sobotka heute in einem Pressegespräch im NÖ Landhaus in St. Pölten.

In Niederösterreich werden jährlich 4.500 Delogierungsanträge bei Gerichten eingebracht. Schätzungen sprechen von rund 8.000 Menschen, die jährlich vom Verlust der Wohnung bedroht sind. Für rund 1.600 heißt es tatsächlich „raus“. Seit April 2006 wurden 1.146 Beratungs- und Betreuungsfälle an die Caritas Wien, den Verein Wohnen, Caritas St. Pölten, V.B.O. Verein Betreuung und Orientierung und BEWOK herangetragen. „Insgesamt konnte in den ersten drei Quartalen 2006 in 214 Fällen die Wohnung gesichert werden. In weiteren 70 Fällen wurde eine andere Unterkunft gefunden“, berichtete Bohuslav.

Die Kontaktaufnahmen mit den Betroffenen durch Verständigung seitens der Gerichte, durch Vermieter, Bezirkshauptmannschaften oder besorgte Mitbürger sei daher besonders wichtig, so Bohuslav weiter.

Der Verlust der Wohnung bedeute zumeist auch Verlust an Identität, Selbstvertrauen und sehr oft auch den Verlust des Arbeitsplatzes. Scham und ein Zurückziehen aus dem gesellschaftlichen Leben seien oft die Folge. Kinder würden aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen. Das solle mit rechtzeitiger Beratung wirksam verhindert werden.

Hauptsächlich betroffen sind je zu einem Viertel Alleinerziehende oder Familien mit Kindern. 80 Prozent der Betroffenen haben ein Durchschnittseinkommen unter 1.500 Euro monatlich, wobei die Wohnungsgröße im Schnitt zwischen 45 und 80 Quadratmetern liegt. Mietrückstände von 1.500 bis 3.000 Euro sind die Hauptauslöser.

Das Land Niederösterreich fördert die Trägervereine der NÖ Wohnhilfe mit rund 570.000 Euro jährlich. Die Abwendung des Wohnungsverlustes und die drohende Delogierung erfordern oft eine unmittelbare finanzielle Unterstützung durch Sozialhilfe, Familienförderung oder Arbeitnehmerförderung. Das Land hat 2006 für Soforthilfe in 161 Fällen 162.000 Euro bereitgestellt.

Wer Schwierigkeiten bei der Finanzierung seines Wohnraumes hat, erfährt bei der NÖ Wohnbauhotline, wo er Hilfe bekommen kann. Auch wenn die gebotene Unterstützung nicht greift, braucht niemand fürchten, auf der Straße zu landen. In jenen Fällen wird in Zusammenarbeit mit den Wohnbaugenossenschaften neuer Wohnraum an die Betroffenen vermittelt. Beratung und längerfristige Betreuung sollen helfen, die persönliche Lebenssituation zu stabilisieren und selbstständiges Wohnen wieder möglich zu machen. „Mit der NÖ Wohnhilfe bieten wir Unterstützung, wo sie am meisten gebraucht wird. Denn in Niederösterreich darf Wohnen auch in Zukunft keine Frage des Geldes sein“, so Sobotka abschließend.


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