12.10.2006 | 14:02

5. Todestag von Erika Mitterer am 14. Oktober

Wieder-Entdeckung der Schriftstellerin hat begonnen

Am 14. Oktober vor fünf Jahren starb die auch mit Klosterneuburg eng verbundene Schriftstellerin Erika Mitterer, die heuer zudem ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte. Nachdem es in den letzten Jahren ihres Lebens sehr still um sie geworden war, hat in der Zwischenzeit nunmehr die Literaturwissenschaft zunehmendes Interesse am Werk Mitterers bezeugt, die heute als österreichische Hauptexponentin der Literatur der Inneren Emigration während der Nazi-Zeit gilt. International bekannt geworden war sie durch ihren 1950 veröffentlichten „Briefwechsel in Gedichten“ mit Rainer Maria Rilke; das letzte Briefgedicht Rilkes an sie, geschrieben wenige Wochen vor seinem Tod, gilt als das letzte deutschsprachige Gedicht dieses großen Dichters überhaupt.

Auf der Frankfurter Buchmesse wurde kürzlich der wichtigste Roman Mitterers, „Der Fürst der Welt“, in einer Neuauflage des Seifert-Verlags präsentiert. Dieses Buch schildert anhand einer zur Zeit der Inquisition spielenden Handlung, wie leicht sich das Böse in den Herzen und Köpfen auch ganz „normaler“ Menschen festsetzen kann.

Im November wird im Praesens Verlag ein umfangreicher Sammelband erscheinen, in dem sich Wissenschafter aus vielen Ländern mit dem vielfältigen Werk dieser „Querdenkerin“ auseinandersetzen. Unter dem Titel „Dichtung im Schatten der großen Krisen - Erika Mitterers Werk im literaturhistorischen Kontext“ analysieren 17 Autoren von den USA bis Japan das lyrische, epische und dramatische Werk der Schriftstellerin, die sich durch literarische Qualität, die Vermeidung jeder Schwarz/Weiß-Zeichnung und durch ihren trotz aller katastrophaler Entwicklungen immer wieder durchklingenden Optimismus den Gefahren der Moden und des Zeitgeists zu entziehen versucht hatte.

Nähere Informationen bei der Erika Mitterer Gesellschaft unter 02243/245 65, Martin G. Petrowsky, und www.erika-mitterer.org.


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