05.07.2006 | 09:10

Biologische Gelsenregulierung in den March-Thaya-Auen

Projekt des NÖ Landschaftsfonds wurde bewilligt

Nachdem die Gemeinden entlang der March und der Thaya nach der Hochwasserkatastrophe Anfang April dieses Jahres auch von überdurchschnittlichen Belastungen durch Stechmücken betroffen waren, ergriffen Gesundheits-Landesrat Emil Schabl gemeinsam mit dem für Umwelt zuständigen Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank sowie den betroffenen Gemeinden die Initiative für eine künftige naturschutzkonforme Regulierung der Gelsenentwicklung in dieser Region.

Durch den Einsatz eines biologischen, selektiv auf Stechmückenlarven wirkenden Präparates soll die Lebensqualität der Bevölkerung gesichert werden, ohne dabei die Schutzgebiete und Naturschutzziele - international anerkannte und wichtige Feuchtgebiete und Vogelschutzgebiete - entlang der beiden Flüsse March und Thaya zu beeinträchtigen. Bereits seit einigen Jahren werden in einigen Gemeinden in Niederösterreich Bti-Präparate (Bacillus thuringiensis israelensis), so auch entlang der March, eingesetzt. Bei diesem Mittel handelt es sich um ein Eiweißpräparat aus einem natürlich vorkommenden Bodenbakterium. Für einen großflächigen Einsatz bei besonders intensiven Belastungen fehlten bislang geeignete organisatorische Strukturen sowie teils auch die technischen Möglichkeiten.

„Es kann nicht sein, dass die Lebensqualität der Bevölkerung durch die Gelsen so beeinträchtigt wird, dass ein Aufenthalt im Freien unmöglich wird. Ein großflächiger Gifteinsatz kommt für uns jedoch nicht in Frage, deshalb haben wir uns für die biologisch verträgliche Variante entschieden“, betonen dazu Plank und Schabl.

Durch ein vom NÖ Landschaftsfonds mit 110.000 Euro gefördertes Projekt sollen jetzt in den Gemeinden die erforderlichen organisatorischen Strukturen für eine zukünftige gezielte und effiziente Anwendung von Bti geschaffen werden. Als Projektträger fungieren der Regionalverband March-Thaya-Auen sowie weitere für dieses Vorhaben kooptierte Gemeinden.

Ein im Gebiet des Oberrhein bereits langjährig im Bereich der Gelsenregulierung tätiger Kommunalverband sowie der Distelverein konnten dafür als Projektpartner gewonnen werden. Sofern nicht bereits entsprechende Untersuchungsergebnisse vorliegen, werden bei diesem Projekt neben dem Aufbau geeigneter Organisationsstrukturen eventuell auch ergänzende wissenschaftliche Begleituntersuchungen zur Wirkung von Bti-Präparaten auf in der Region vorkommende, besonders geschützte Arten durchgeführt werden. Zudem sind gemeindeübergreifende Datenerfassungen der Brutstätten, die notwendige Kontrolle der Brutgewässer sowie auch der Aufbau einer eventuellen Kooperation mit durch vergleichbare Probleme betroffenen Nachbarstaaten geplant.

Weitere Informationen: Büro LR Plank, Telefon 02742/9005-12701, und LR Schabl, Telefon 02742/9005-12223.


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