27.06.2006 | 11:58

NÖ Finanzierungsbeitrag für Bioethanolanlage Pischelsdorf

Plank: 400.000 Tonnen CO2-Einsparung pro Jahr möglich

In ihrer heutigen Sitzung hat die NÖ Landesregierung für das Projekt Bioethanolanlage in Pischelsdorf der AGRANA Bioethanol GmbH einen einmaligen Investitionszuschuss in der Höhe von vier Millionen Euro, vorbehaltlich einer Genehmigung der Europäischen Kommission, beschlossen.

Die geplante Anlage wird für eine Produktionsmenge von 200.000 Kubikmeter (158.800 Tonnen) Bioethanol jährlich ausgelegt. Für die Produktion werden 374.000 Tonnen Weizen, 81.000 Tonnen Nassmais und 46.000 Tonnen Rübendicksaft eingesetzt. Bei der Bioethanolproduktion falllen als Nebenprodukt jährlich ca. 144.000 Tonnen DDGS (Dried Distillers Grains with Solubles) an. DDGS ist ein Futtermittel mit einem Proteingehalt von 35 Prozent und in der Rinder- und Schweinezucht, aber auch im Geflügelbereich einsetzbar. DDGS ist in Österreich noch ein neues Produkt und am Markt weitestgehend unbekannt. Die Handelsbilanzen für Eiweißfuttermittel in Österreich zeigen einen deutlichen Importüberschuss. Ein wesentlicher Teil dieser Importüberschüsse könnte somit auch künftig durch DDGS substituiert werden.

„In Österreich wird der Rohölbedarf zu 10,5 Prozent durch Inlandsförderung gedeckt, 89,5 Prozent des Bedarfes werden durch Importe abgedeckt. Die Erzeugung von Bioethanol ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Diversifizierung in der Aufbringung und damit auch ein Schritt hin zu mehr Versorgungssicherheit“, betont dazu Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank.

Für die Jahre 2008 bis 2010 ist in Österreich mit einem jährlichen Gesamtverbrauch an Benzinen in der Größenordnung von 2,3 bis 2,4 Milliarden Liter zu rechnen. Zur Erfüllung der Beimengungsverpflichtung bei Benzinen ergibt sich ein österreichischer Bedarf an Bioethanol von 160.000 bis 170.000 Kubikmeter jährlich. Der Standort Pischelsdorf ist somit sehr zentral in den Hauptanbauflächen gewählt und ist auch verkehrstechnisch über Schiff, Bahn und Strasse erschlossen.

Die Europäische Verkehrspolitik bis 2010 fordert eine Reduktion der Abhängigkeit vom Erdöl im Verkehrssektor durch den Einsatz alternativer Treibstoffe. „Eine stärkere Verwendung von Biokraftstoffen ist auch Teil des für die Einhaltung des Kyoto- Protokolls erforderlichen Maßnahmenpakets. Es ist wissenschaftlich belegt, dass sich ca. 2 Kilogramm CO2-Äquivalent pro verbrauchtem Liter Bioethanol vermeiden lassen. Für die Gesamtanlage ergibt sich folglich ein CO2-Einsparungspotenzial von ca. 400.000 Tonnen pro Jahr“, so Plank.

Weitere Informationen: Büro LR Plank, e-mail christian.milota@noel.gv.at, Telefon 02742/9005-12701.


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