21.06.2006 | 13:51

Volkshilfe startet Unterschriftenkampagne gegen Sozialabbau

Europa-Sozialmodell soll verteidigt und noch ausgebaut werden

Trotz Fortschritten in einigen Mitgliedstaaten der EU sind in Europa derzeit mehr als 72 Millionen Menschen von Armut bedroht. Daher warben heute der Präsident der Volkshilfe Österreich, Univ.Prof. Dr. Josef Weidenholzer, und der Präsident der Volkshilfe Niederösterreich, Zweiter Landtagspräsident Ewald Sacher, in St. Pölten für eine Kampagne dieser Organisation und des internationalen NGO-Netzwerks „solidar“ gegen den Sozialabbau in Europa. Bis Juni 2007 sollen Unterschriften aus ganz Europa diese Kampagne unterstützen.

Alle sozialen Standards in Europa, ob Arbeitsrecht, Arbeitszeit oder Alterssicherung, würden dem Wettbewerb geopfert werden, befürchtet Weidenholzer. Europa habe aber immer noch den Grundkonsens der sozialen Sicherheit. Staaten mit hohen Sozialausgaben würden die Wettbewerbsfähigkeit nicht schwächen, im Gegenteil, die Wettbewerbsfähigkeit werde auch dadurch beeinflusst, dass sich die Menschen wohl fühlen. „Die Kampagne der Volkshilfe und des Netzwerks ‚solidar’ soll das europäische Sozialmodell verteidigen und noch ausbauen“, sagte Weidenholzer.

Die Volkshilfe Niederösterreich kenne die Auswirkungen der Globalisierung und der Entwicklung in Europa deshalb so genau, weil Niederösterreich an die neuen EU-Mitgliedsländer angrenze, meinte Sacher. Immerhin habe der NÖ Landtag beschlossen, sich bei der Bundesregierung für eine Dienstleistungsrichtlinie einzusetzen, „wie wir sie verstehen“, also als eine Absage an das Herkunftslandprinzip. „Hier haben wir einen Teilerfolg erzielt“, erläuterte Sacher, „und wir sind guter Dinge, in dieser Kampagne eine große Anzahl von Unterschriften zu erhalten.“

Die Volkshilfe und das internationale NGO-Netzwerk „solidar“ setzen sich für eine EU ein, in der die Gleichwertigkeit von Wirtschaft, Arbeit und Sozialpolitik garantiert ist, meinten Weidenholzer und Sacher. Die EU soll die soziale Verträglichkeit aller neuen Maßnahmen und gesetzlichen Regelungen garantieren, allen Menschen den Zugang zu qualitativ hochwertigen sozialen Dienstleistungen sichern und menschenwürdige Arbeit für ein menschenwürdiges Leben gewährleisten.

Weitere Informationen: Volkshilfe Niederösterreich, Mag. (FH) Beatrix Plochberger, Telefon 02622/822 00-6920, 0676/8700 2 6920, e-mail beatrix.plochberger@noe-volkshilfe.at, www.noe-volkshilfe.at.


Zu diesem Artikel gibt es eine unterstützende Audiodatei. Diese ist zum Download nicht mehr verfügbar. Bitte wenden Sie sich an: presse@noel.gv.at

RÜCKFRAGEHINWEIS

Amt der Niederösterreichischen Landesregierung
Landesamtsdirektion - Pressedienst
E-Mail: presse@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-12163
Fax: 02742/9005-13550
Landhausplatz 1
3109 St. Pölten
© 2017 Amt der NÖ Landesregierung