31.05.2006 | 13:55

Bohuslav zum Thema Jugendbeschäftigung

Wir sind auf einem guten Weg

Österreich zähle mit den Niederlanden, Irland und Dänemark innerhalb der EU zu den Ländern mit der geringsten Jugendarbeitslosigkeit, sagte heute Landesrätin Dr. Petra Bohuslav in St. Pölten bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Mag. Cornelia Krajasits (Österreichisches Institut für Raumplanung) zum Thema „Bewegung in der Jugendbeschäftigung. Fakten, Trends, Erfolge“. 2004 hatte die EU eine Jugendarbeitslosenquote von rund 18 Prozent, in Niederösterreich lag sie bei 8,8 Prozent. Beim Arbeitsmarkservice NÖ waren im Vorjahr 7.380 Menschen unter 25 Jahren als arbeitslos gemeldet. Besonders betroffen davon seien Personen mit keiner oder nur unzureichender Ausbildung, so Bohuslav. Etwa 12 Prozent der arbeitslosen Jugendlichen seien ausländischer Herkunft.

Die Ausgangslage ist also nach wie vor schwierig: Immer mehr Jugendliche würden „den Sprung in den Arbeitsmarkt“ nicht schaffen, meinte Bohuslav. Das hänge auch mit dem Wandel der Berufsbilder vom Handwerk zur Dienstleistung zusammen; daher sei hier die Berufsorientierung sehr wichtig. Auch der soziale Hintergrund der Jugendlichen spiele eine Rolle. Mittlerweile seien mehr als 80 Prozent der weiblichen Jugendlichen in Dienstleistungsbranchen beschäftigt (1971 lag dieser Anteil noch bei rund 60 Prozent). So würde jedes zweite Mädchen als Lehrberuf Einzelhandelskauffrau, Friseurin oder Bürokauffrau wählen. Auch gebe es die regelmäßige Arbeit von 8 bis 16 Uhr zunehmend nicht mehr.

Die Maßnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit hätten aber bereits Früchte gezeigt, erläuterte Bohuslav. So sei der in Niederösterreich vom Arbeitsmarktservice, von der Wirtschaftskammer und der Arbeiterkammer sowie vom Bundessozialamt organisierte Beschäftigungspakt für Ausbildung und Qualifizierung, für Lohnkostenzuschüsse und für andere Förderprogramme von 127 auf 154 Millionen Euro aufgestockt worden.

Seit 20 Jahren sei der Landesverein „Jugend und Arbeit“ Träger zahlreicher arbeitsmarktpolitischer Projekte. Zu den Zielgruppen, so Bohuslav weiter, würden neben Jugendlichen auch Langzeitarbeitslose, Wiedereinsteiger und Ältere zählen. Mit 51 Projekten habe man 6.632 Menschen in befristeten Dienstverhältnissen untergebracht, was eine Vermittlungsquote von rund 63 Prozent bedeute. Bei „Startup“, bei dem das Arbeitsmarktservice NÖ und das Land bis zu 12 Monaten 50 Prozent der Lohnkosten fördert, bleibe jeder zweite Jugendliche bei jenem Unternehmen, das ihn aufgenommen habe. „14 - was tun?“ sei eine Informationsinitiative für BerufsschülerInnen. Auch „Job konkret“ (2.871 Menschen fanden einen fixen Arbeitsplatz) und „Lehre plus“ (Jugendliche können ihren Lehrabschluss nachholen) würden weiterhin forciert, betonte Bohuslav. Dazu komme ein Lehrlingsauffangnetz mit 1.300 Plätzen.


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