20.04.2006 | 14:02

Kranzl legte NÖ Sozialbericht 2005 vor

460.000 ÖsterreicherInnen leben in akuter Armut

„Immer mehr Bürgerinnen und Bürger geraten trotz Arbeit in Situationen, die sie alleine nicht mehr bewältigen können. Zumindest für bestimmte Notlagen, etwa bei offenen Mieten und Stromrechnungen oder bei der Zahlung einer Kaution, müssen sie daher die Hilfe der Allgemeinheit in Anspruch nehmen“, sagte heute Landesrätin Christa Kranzl in St. Pölten bei der Präsentation des NÖ Sozialberichtes 2005.

Als kritischer Wert für Armut und Armutsgefährdung seien bekanntlich 60 Prozent des Medianeinkommens festgelegt worden, betonte Kranzl. Das bedeute für Österreich eine Armutsgefährdung bei einem Jahreseinkommen von 9.425 Euro. Tatsächlich würden sich, so Kranzl, rund 1,04 Millionen Menschen bzw. 13,2 Prozent der Bevölkerung in Österreich unter dieser Einkommensschwelle befinden und 460.000 Menschen sogar in akuter Armut leben.

2005 erhielten 3.518 Personen bzw. Familien eine einmalige Geldleistung; dafür zahlte das NÖ Sozialhilfebudget 2.547.532,68 Euro aus. 7.235 Personen bzw. Familien bezogen eine Dauerleistung; dafür wurden 2005 22.226.522,11 Euro aufgewendet, gegenüber 2000 eine Steigerung von 50 Prozent.

Zudem vergab das Land 2005 an 81 Personen zinsenlose Darlehen von 122.777,27 Euro und an 754 Personen einmalige Beihilfen von 829.459,46 Euro. Die NÖ Landesregierung beschloss auch 2005 für SozialhilfebezieherInnen einen Heizkostenzuschuss von 75 Euro. Der finanzielle Aufwand dafür betrug 253.575 Euro.

2005 waren laut Kranzl rund 3.600 MitarbeiterInnen des NÖ Hilfswerks, der NÖ Volkshilfe, der Caritas der Diözese St. Pölten und der Erzdiözese Wien sowie des Roten Kreuzes unterwegs, um die sozialen und sozialmedizinischen Dienste zu betreuen. Über drei Millionen Einsatzstunden wurden geleistet. Aus Landesmitteln wurden dafür 24.900.000 Euro bezahlt, aus NÖGUS-Mitteln 20.320.300 Euro und aus den Krankenkassen 2.360.000 Euro.

„Essen auf Rädern“ wurde im Vorjahr in 247 Gemeinden Niederösterreichs durchgeführt, rund 2,5 Millionen Mahlzeiten wurden an die Haustür gebracht. Die Förderung des Landes betrug 1.622.236,20 Euro. Weiters wurden 16.786 Notruf-Telefonanschlüsse mit 426.364,40 Euro gefördert. An 23 mobile Hospizdienste wurden vom Land im vergangenen Jahr 295.000 Euro ausbezahlt.

Für von Gewalt bedrohte Frauen und Kinder stehen in Frauenhäusern in Amstetten, Mödling, Mistelbach, Neunkirchen, St. Pölten und Wiener Neustadt 121 Plätze bereit. Die Frauenhäuser wurden mit einem Betrag von 1.431.899,75 Euro gefördert. Außerdem verfügt Niederösterreich über viele Obdachloseneinrichtungen. Das Land förderte 2005 rund 130 Wohnplätze mit 1.412.320 Euro.

Für die Delogierungsprävention stehen heuer 700.000 Euro aus Landesmitteln bereit. Diese Einrichtung ist neu; 2006 soll die flächendeckende Versorgung erreicht werden.

Die NÖ Schuldnerberatung wiederum erhielt aus Landesmitteln 897.962,18 Euro Förderung.

Um den Pflegebedürftigen soweit wie möglich die notwendige Betreuung bzw. Hilfe zu sichern, gilt das NÖ Landespflegegeld die Mehraufwendungen pauschaliert ab. Das Pflegegeld wird je nach der Schwere der Behinderung ausbezahlt; für 2005 gab das Land dafür 54.286.577 Euro aus.

2005 erhielten zudem 126 Menschen eine Beihilfe aus der Opferfürsorge von 66.135,54 Euro.


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