12.04.2006 | 12:25

Hochwasser an der March: Plank zog erste Zwischenbilanz

„Schutz der Menschen hat Vorrang“

Das Marchland habe bei der außergewöhnlichen Hochwasserkatastrophe in den vergangenen zwei Wochen viel an materiellen Werten verloren, aber auch viel an Hilfsbereitschaft, Solidarität und Familiensinn gewonnen: Allein die Feuerwehren leisteten rund 16.300 Arbeitstage, das Bundesheer stellte an Spitzentagen bis zu 750 Mann und das Rote Kreuz weitere 150 Angehörige. Dazu kommt eine Vielzahl von freiwilligen Helfern. Außerdem habe die Zusammenarbeit der verschiedenen Behörden, besonders mit den Einsatzstellen in Tschechien und der Slowakei, hervorragend funktioniert. Diese erste Zwischenbilanz zog heute Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank bei einer Pressekonferenz in St. Pölten.

„In diesen Tagen kann die vom Hochwasser betroffene Bevölkerung erstmals aufatmen. Der Wasserpegel fällt kontinuierlich, und der gefährdete Damm hält den Wassermassen Stand“, zeigte sich Plank erleichtert. Der Bedarf an finanzieller Hilfe liege laut Plank nach ersten Erhebungen bei rund 23 Millionen Euro, sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber noch nicht genau abschätzbar. Erst wenn in den nächsten Tagen die Betroffenen wieder in ihre Häuser zurückkehren, könne durch eine unbürokratisch und rasch agierende Schadenskommission das wahre Ausmaß der Zerstörungen festgestellt werden. In einigen Bereichen habe aber eine Schadensabgeltung bereits stattgefunden.

Zum Hochwasserschutz meinte Plank generell, dass hier der Grundsatz gelten müsse „Menschenschutz vor Tierschutz und Naturschutz“. Verschiedene Naturschutzinteressen dürften nicht dazu führen, dass die Politik gezwungen werde, zeitaufwändige Verwaltungs- und Rechtswege einzuhalten. Zudem liege der Hochwasserschutz bei der March in der Verantwortung der Bundeswasserstraßenverwaltung. Gelder für die rasche Umsetzung von Hochwasserschutzprojekten seien im zuständigen Bundesministerium vorhanden.

Auch in den nächsten Tagen gehen die Aufräumarbeiten an der March unvermindert weiter. Die Lücken im Damm bei Dürnkrut und bei Drösing konnten mittlerweile geschlossen werden. Bei Mannersdorf arbeiten die Melker Pioniere noch an der Dammsanierung. Dazu wird entlang der Krone des aufgeweichten Dammes eine künstliche Fahrbahn errichtet, auf der sich die Pioniere zur Bruchstelle vorarbeiten und sie zu schließen versuchen.

„Die Naturkatastrophe der vergangenen Tage hat einmal mehr gezeigt, dass Niederösterreich bei außergewöhnlichen Krisenfällen auf die rasche und zuverlässige Hilfe Tausender Einsatzkräfte und freiwilliger Helfer zählen kann“, meinte Plank abschließend. Zudem habe dieses 100-jährige Hochwasser auch eine Welle der Hilfsbereitschaft im ganzen Land ausgelöst und gezeigt, wie sehr die Menschen in Niederösterreich zusammenhalten und füreinander da sind, wenn es darauf ankommt. Besonders groß sei auch die spontane Hilfsbereitschaft unzähliger Verwandter, Bekannter und nicht betroffener Nachbarn gewesen. Für die Hochwasseropfer habe gerade diese Nachbarschaftshilfe einen unschätzbaren Wert.

Nähere Informationen: Büro LR Plank, Dr. Christian Milota, Telefon 02742/9005-12701.


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