03.04.2006 | 13:06

LH Pröll und LR Plank in Dürnkrut

Pröll: Alles daran setzen, schwierige Situation gemeinsam zu lösen

Nachdem es heute um 3.30 Uhr bei Dürnkrut (Bezirk Gänserndorf) zu einem Dammbruch gekommen war, fanden sich am Vormittag sowohl Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll als auch Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank zu einem Lokalaugenschein im Katastrophengebiet ein, um sich ein Bild von der derzeitigen Lage zu machen. Es wurde auch Kontakt mit der betroffenen Bevölkerung aufgenommen.

„Ich möchte den betroffenen Menschen mein Mitgefühl zum Ausdruck bringen und festhalten, dass alles daran gesetzt wird, diese schwierige Situation miteinander zu lösen. Auch den Einsatzkräften möchte ich meinen Dank aussprechen“, so Pröll. Trotz der Hektik und Stresssituation müsse nun kühler Kopf bewahrt werden, sagte Pröll. In diesem Sinne bat er den ebenfalls vor Ort anwesenden Bundesminister Günther Platter um die Bereitstellung zusätzlicher Einsatzkräfte des Bundesheeres und die anwesenden Gemeindevertreter um die raschest mögliche Einrichtung einer Schadenskommission. „Es muss eine Grobschätzung der möglichen Schäden geben; die ersten Gelder werden dann so schnell wie möglich ausbezahlt werden“, so der Landeshauptmann.

Landesrat Plank betonte, dass der Damm, der den Wassermassen der March nachgegeben hat, im Juni Gegenstand von Verhandlungen gewesen wäre. „Es gibt entsprechende Naturschutzinteressen, und die Politik war gezwungen, auf Grund divergierender Interessen diesen Weg zu gehen. So ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung Grundlage für einen wasserrechtlichen Bescheid. In einem Rechtsstaat sind Verwaltungs- und Rechtsweg einzuhalten“, ergänzte der Landeshauptmann in Bezug auf die Diskussion, dass das Dammprojekt früher in Angriff genommen hätte werden sollen. Gelder für die Umsetzung des Projektes seien im zuständigen Bundesministerium vorhanden, erst kürzlich habe man in Gesprächen mit dem Finanzminister 600 Millionen Euro für die kommenden Jahre ausverhandeln können, betonte Pröll.

Der offene Bereich des Dammes hat eine Länge von 80 Metern; der Rest des Dammes ist vom Wasser aufgeweicht und nicht befahrbar. Noch vor Ort hielt Bundesminister Platter fest, dass weitere 100 Soldaten in das Katastrophengebiet unterwegs seien. Man sei auch in Vorbereitung, zusätzliche Kräfte zur Verfügung zu stellen. Weiters berichtete er, dass bereits die „Black Hawks“ sowie 25 Lkw angefordert wurden. Derzeit sind 140 Einsatzkräfte des Bundesheeres vor Ort, die Freiwilligen Feuerwehren sind mit 300 Mitgliedern im Einsatz. Die Landeshauptmänner von Wien und Vorarlberg haben heute spontan angeboten, ebenfalls Einsatzkräfte zur Verfügung zu stellen.

Bisher mussten etwa 250 Häuser in Dürnkrut evakuiert werden. Die betroffenen Bewohner wurden vorläufig bei Freunden und im Schulgebäude untergebracht und werden dort auch versorgt. Eine Entspannung der Situation ist nicht in Sicht, die offene Stelle des Dammes konnte noch nicht geschlossen werden. Momentan wird unter anderem daran gearbeitet, das Kanalsystem abzudichten.


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