09.03.2006 | 10:21

Leitfaden für geschlechtergerechtes Formulieren

Mikl-Leitner: Blick für das Wesentliche wird geschärft

Der Gender Mainstreaming Arbeitskreis der NÖ Landesverwaltung hat kürzlich einen Leitfaden herausgegeben, der sich eingehend mit dem geschlechtergerechten Formulieren befasst. „Das Ziel ist es, Frauen und Männer, ihre unterschiedlichen Rollen und Aufgaben in unserer Gesellschaft sowie ihre unterschiedlichen Lebenssituationen und daraus entstehende Probleme gleichermaßen sichtbar zu machen“, erklärt dazu die zuständige Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner die Bedeutung geschlechtergerechter Sprache. Geschlechtergerechte Sprache helfe mit, den Blick für das Wesentliche zu schärfen.

Der neue Leitfaden mit dem Titel „geschlechtergerechtes Formulieren“ enthält Empfehlungen und Vorschläge für eine einheitliche Schreibweise im öffentlichen Dienst in Niederösterreich bzw. gibt Tipps für den richtigen Einsatz von geschlechtergerechten Formulierungen und Anreden. Weiters sensibilisiert er dafür, wie der Sprachgebrauch Geschlechterstereotypen und Klischees tradiert und gibt Hinweise darauf, wie entsprechende Wendungen durch geschlechtsneutrale Wendungen ersetzt werden können. Insofern lädt die Broschüre auch dazu ein, über Sprache als Spiegel der Gesellschaft zu reflektieren. InteressentInnen können den Leitfaden ab sofort im Internet unter www.noe.gv.at/chancengleich downloaden oder unter der Telefonnummer 02742/9005-13286 bzw. per e-mail an Post.f3frauenreferat@noel.gv.at bestellen.

Der Gender Mainstreaming Arbeitskreis hat im Vorfeld der Erstellung des Leitfadens die unterschiedlichen Vorgangsweisen von in- und ausländischen Verwaltungsstellen im deutschsprachigen Raum recherchiert. Ziel war es, in knapper und übersichtlicher Form anwendbare Hinweise zum einfachen Formulieren geschlechtergerechter Texte zu geben. Der neue Leitfaden weist einen Umfang von elf A4-Seiten auf.

Die Notwendigkeit des geschlechtergerechten Formulierens wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach wissenschaftlich untersucht. Bei derartigen Experimenten konnte nachgewiesen werden, dass die gewählte Sprachform die Vorstellungen über die jeweils beschriebene Person sehr wohl beeinflusst und dass der Gebrauch lediglich der männlichen Sprachform zu einer geringeren gedanklichen Einbeziehung von Frauen führt.


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