25.01.2006 | 13:47

Beratungsstelle für Prostituierte

In NÖ sind etwa 600 Prostituierte offiziell registriert

Landesrätin Christa Kranzl, der Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Österreich, Mag. Erich Fenninger, und Eva van Rahden, eine Expertin für Prostituiertenberatung, stellten heute in St. Pölten in einer Pressekonferenz die erste Beratungsstelle für Prostituierte vor. Diese Stelle mit dem Titel „BIHF – Beratung, Information und Hilfe für Frauen“ bietet Prostituierten Hilfe in Rechtsfragen, beim Umgang mit Behörden, bei familiären, finanziellen oder medizinischen Problemen, bei Sucht, bei Bedrohung oder Gewalt an.

In Niederösterreich gibt es 60 Barbetriebe. Als Prostituierte sind in Niederösterreich etwa 600 Frauen registriert. Unter den Prostituierten sind 95 Prozent AusländerInnen. Je nach Bundesland sei die Rechtslage unterschiedlich, „es gibt eine Vielzahl von Ungereimtheiten zwischen den einzelnen gesetzlichen Regelungen“, sagte Kranzl. So würde bei der Zulassung zur Prostitution in Wien, Kärnten, Oberösterreich und Salzburg das Mindestalter von 18 Jahren, in Niederösterreich, Burgenland und der Steiermark von 19 Jahren verlangt. Keine Altersgrenzen würden in Vorarlberg und in Tirol genannt.

Bei den Verbotsbereichen für die Prostitution würden nur Wien, Niederösterreich und das Burgenland gesetzliche Regelungen vorsehen. Probleme gäbe es bei der Führung eines Geschäftskontos für Prostituierte. In Niederösterreich müssten sich die Prostituierten in einem Zehntage-Intervall untersuchen lassen; die Ergebnisse würden dann in die „Gesundheitskarte“, auch „Deckel“ genannt, eingetragen. Jede Untersuchung kostet rund 20 Euro. In Wien sei hingegen die dort wöchentliche Untersuchung kostenlos. Die „Gesundheitskarten“ würden aber nicht gegenseitig in jedem Bundesland anerkannt. Kranzl: „Dafür fehlt mir jedes Verständnis.“ Die Bundesländer wollen aber jetzt, so Kranzl, noch heuer eine Abstimmung der verschiedenen Gesetzesbestimmungen versuchen.


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