23.09.2005 | 12:22

„Dr. Alois Mock-Europaring“ für Jiri Grusa

Bohuslav: Ehrung für unerschütterlichen und mutigen Idealisten

Dem ehemaligen Botschafter der Tschechischen Republik in Österreich, Dr. Jiri Grusa, wird morgen, Samstag, 24. September, auf Schloss Schallaburg (Bezirk Melk) der „Dr. Alois Mock-Europaring“ verliehen. Eine Laudatio auf Grusa werden sowohl Landesrätin Dr. Petra Bohuslav als auch – in seiner Funktion als Präsident der Gesellschaft für Völkerverständigung und als langjähriger Menschenrechts-Sprecher im österreichischen Parlament – Dr. Josef Höchtl halten.

„Jiri Grusa ist ein unerschütterlicher, mutiger und kämpferischer Idealist, dessen Ethos auf künstlerischer und politischer Fähigkeiten basiert“, meint Bohuslav.

Der „Dr. Alois Mock-Europaring“ wird an europäische Persönlichkeiten oder Institutionen verliehen, die sich um das geistige, kulturelle, politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenwachsen Europas in seinen neuen geografischen und offenen Grenzen verdient gemacht haben. Die Verleihung ist nicht an nationale, religiöse oder politische Voraussetzungen gebunden. Der Ring wird seit 1995 jährlich vergeben. Unter den RingträgerInnen befinden sich Persönlichkeiten wie etwa der Landeshauptmann von Südtirol, Dr. Silvius Magnagom oder auch EU-Kommissar Dr. Franz Fischler.

Jiri Grusa wurde 1938 im böhmischen Pardubice (Pardubitz) geboren, studierte an der Karlsuniversität Prag Geschichte und Philosophie und gehörte zu den Dissidenten um den späteren Präsidenten Vaclav Havel. Ab Mitte der 1960er Jahre war er als Redakteur bei diversen Zeitschriften, als freier Mitarbeiter beim Theater und als Texter sowie in Baufirmen tätig. Als einer der Mitunterzeichner der „Charta 77“ und als Autor des Romans „Dotzanik“ wurde er 1978 für einige Monate inhaftiert. Während seiner Rückreise von einem USA-Aufenthalt wurde Grusa Anfang der achtziger Jahre von der CSSR ausgebürgert. Nach einem Aufenthalt in Deutschland war Grusa von 1990 bis 1992 Botschafter in der Tschechoslowakei, 1993 tschechischer Botschafter in der BRD und von 1998 bis zum Frühjahr 2004 Botschafter seiner Heimat in Wien. Ende 2003 wählte ihn die internationale Schriftstellervereinigung PEN-Club auf Vorschlag Österreichs zu deren Präsidenten, seit April dieses Jahres ist er Direktor der Diplomatischen Akademie Wien.


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