15.09.2005 | 13:44

Umfrage zum Thema „Jugendliche und ihr Umgang mit Geld“

Schuldnerberatung NÖ: Jeder Zehnte 18 bis 25 Jahre alt

Landesrätin Christa Kranzl und Roswitha Mikusch von der Schuldnerberatung NÖ fassten heute in einer Pressekonferenz im Landhaus in St. Pölten die Ergebnisse einer Schülerumfrage zum Thema „Jugendliche und ihr Umgang mit Geld“ zusammen, ausgehend davon, dass im ersten Halbjahr 2005 jeder Zehnte, der die Schuldnerberatung NÖ kontaktierte, 18 bis 25 Jahre alt war.

Für Kranzl ist das „mangelnde Bewusstsein für das Zustandekommen und die Folgen von Verschuldung alarmierend“. Das beginne damit, dass die Bankinstitute etwa Überziehungsrahmen bei Jugendkonten gewähren. Das Verhältnis der Geldmittel zur Höhe der Handyrechnungen - 98,7 Prozent der Befragten (800 Jugendliche) besitzen ein Handy - sei besonders besorgniserregend: 82 Prozent geben, so Kranzl, für das Handy pro Monat bis zu 30 Euro aus, 15 Prozent bis zu 60 Euro und 3 Prozent mehr als 60 Euro. Ihr Fazit: „Das Handy zählt mittlerweile zum Standard.“ Wenn die Jugendlicher sieben Minuten am Tag telefoniere und drei SMS verschicke, kann er/sie mit einer Rechnung von 80 Euro im Monat rechnen.

55 Prozent der befragten Jugendlichen stehen pro Monat bis zu 50 Euro, 27 Prozent bis zu 100 Euro und 18 Prozent mehr als 100 Euro zur Verfügung. Bei der Frage, wofür man das Geld ausgebe, antworteten 23 Prozent mit „Fortgehen“ und 19 Prozent mit „Handy“, aber nur 17 Prozent mit „Sparen“, während 2001 und 2002 bei Umfragen noch die Hälfte der Jugendlichen versicherte, etwas vom Einkommen „auf die hohe Kante“ zu legen. Wenn sie mit dem Geld nicht auskommen, schränken sich 49 Prozent der Befragten ein, 24 Prozent leihen sich etwas aus, 23 Prozent bekommen bei einem finanziellen Engpass etwas von ihrer Familie geschenkt und 4 Prozent überziehen ihr Konto. Kranzl: „20,5 Prozent der Befragten betrachten geliehenes Geld jedoch nicht als Schulden.“

68 Prozent der Befragten haben zudem ein eigenes Konto und eine Bankomatkarte dafür, 10 Prozent können sogar mit einer Kreditkarte Einkäufe ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Kontostand machen. Kranzl forderte deshalb bei Jugendlichen die wöchentliche Abhebungssumme bei Geldausgabeautomaten von derzeit 400 Euro spürbar zu senken. Zudem soll der Überziehungsrahmen bei erwerbstätigen Jugendlichen auf die Hälfte des monatlichen Einkommens beschränkt werden. Im ersten Halbjahr 2005 verzeichnete die Schuldnerberatung NÖ 1.487 Erstkontakte, davon 174 im Alter von 18 bis 25 Jahren. Das Durchschnittseinkommen der Jugendlichen pro Monat lag bei 733,70 Euro, die Durchschnittsverschuldung der jungen Menschen aber bei 28.307,36 Euro.


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