05.09.2005 | 12:19

Neue Bildungsstrukturen in Niederösterreich

LH Pröll: Neues System bietet mehr Flexibilität

Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll stellte heute im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit Landesschulratspräsident Adolf Stricker die neuen Bildungsstrukturmaßnahmen für Niederösterreich vor, die mit dem Start des Schuljahres 2005/06 in Kraft treten.

Notwendig geworden sind diese Maßnahmen, weil sich die Anzahl der Pflichtschüler in Niederösterreich immer weiter verringert. Mit dem Schuljahr 2005/06 gibt es 2.500 Pflichtschüler weniger als noch letztes Schuljahr. Die Zahl der Schulanfänger beträgt Niederösterreichweit 16.310; Anfang der siebziger Jahre waren es noch 27.000 gewesen, für das Schuljahr 2011/12 rechnet man mit nur mehr rund 10.000 Schulanfängern. Die Konsequenzen daraus sind 109 Pflichtschulklassen, davon 65 Volksschulklassen, und 280 Planstellen von Pflichtschullehrern weniger. „Dies bedeutet eine große Herausforderung für die Schulpolitik. Dennoch ist Niederösterreich das einzige Bundesland, in dem kein Lehrer entlassen und keine Schule gesperrt werden muss“, betonte Landeshauptmann Pröll.

Grund dafür ist die Einteilung Niederösterreichs in fünf Bildungsregionen, nämlich in Waldviertel, Mostviertel, Industrieviertel, Weinviertel und Zentralregion. An der Spitze steht jeweils ein Bildungsmanager, der die Aufgabe hat, überregional zu planen und zu gestalten. Durch die organisatorische Zusammenführung kann das pädagogische Personal je nach Bedarf bezirksübergreifend eingesetzt werden, mehrere Kleinschulen können unter einer gemeinsamen Leitung zusammengefasst werden. „Der klare Vorteil dieses Systems liegt in seiner Flexibilität. Direktoren und Lehrer pendeln, die Schüler können jedoch in gewohnter Umgebung unterrichtet werden. 15 Kleinschulen werden an deren Schulen mitbetreut. Dies bietet auch die Chance, pädagogisches Personal verstärkt in Mehrstufenklassen sowie in Klassen mit erhöhtem Betreuungsbedarf einzusetzen“, unterstreicht Landeshauptmann Pröll. Darüber hinaus könne mehr Personal beschäftigt werden, weil zwei Lehrer die Möglichkeit haben, sich eine volle Lehrverpflichtung zu teilen. In jeder Bildungsregion gäbe es zudem einen Personalreservepool mit 8 bis 12 Personen.

Die Schaffung der fünf Bildungsregionen sei ein mutiger und sicher erfolgreicher Schritt, hob auch Landesschulratspräsident Stricker hervor. Gleichzeitig betonte er, dass in allen Bildungsregionen in grundsätzlichen Fragen die gleichen Wege beschritten würden.

„Dieses Konzept wurde nicht erst seit gestern diskutiert, sondern ist das Ergebnis einer Vorarbeit über viele Monate hinweg. Durch gezielte Aufklärungsarbeit ist es uns gelungen, einen möglichst breiten Konsens zu erreichen“, zeigt sich Landeshauptmann Pröll zufrieden.


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