13.06.2005 | 09:25

Symposium zum Thema „Frauen in der Zweiten Republik“

Mikl-Leitner: „Können stolz sein auf die Frauen von damals“

Auf der Schallaburg (Bezirk Melk) wurde gestern der Frage nach der Rolle sowie den Leistungen der „Gründermütter“ der Zweiten Republik nachgegangen. Das Symposium mit dem Titel „Stark im Geschehen - wenig gesehen. Frauen in der Zweiten Republik“ wurde anlässlich der Jubiläen „60 Jahre Kriegsende“ und „50 Jahre Staatsvertrag“ vom NÖ Frauenreferat und der Abteilung Kultur und Wissenschaft beim Amt der NÖ Landesregierung veranstaltet. Unter den TeilnehmerInnen und ReferentInnen befanden sich u. a. Ursula Stenzel und Erika Weinzierl; die Eröffnung des Symposiums nahm Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner vor.

„Leopold Figl und Julius Raab waren Persönlichkeiten, die für die Zweite Republik viel geleistet haben. Aber wir sind auch stolz auf die Frauen von damals. Es ist nur fair und gerecht, dass der Blick auch auf diese Frauen gerichtet wird“, meinte Mikl-Leitner. Immerhin hätten Frauen damals zwei Drittel der WählerInnen dargestellt, „die sich gegen den Kommunismus entschieden haben“. Hinsichtlich der Frauen sei ein Umdenken in der Gesellschaft notwendig. Auch in Niederösterreich werde es künftig notwendig und wichtig sein, dass zunehmend Frauen in Führungspositionen gelangen.

Ursula Stenzel, Delegationsleiterin im Europäischen Parlament, bemerkte, dass „die Frauen 1945 begriffen hätten, dass es wichtig ist, friedlich miteinander zu leben“. Ihnen sei klar geworden, dass dem Zweiten Weltkrieg ein großes Friedenswerk folgen müsse; dieses sei die europäische Integration gewesen. Wie Stenzel meinte, habe die EU für die Frauen viel getan, etwa seien Chancengleichheit und Gender Mainstreaming forciert worden.

Erika Weinzierl referierte in ihrer Rolle als Historikerin und Zeitzeugin zum Wandel des Frauenbildes und hielt u. a. fest, dass es „den Männerberuf in diesem Sinne“ nicht gebe. „Bei gleicher Ausbildung können beide Geschlechter dasselbe tun“, so Weinzierl.

Bei diesem Symposium kamen noch andere Frauen bzw. Historikerinnen zu Wort. So wurde auf „Lebenserinnerungen niederösterreichischer Frauen“ eingegangen und der Film „Niederösterreichische Zeitzeuginnen im Porträt“ gezeigt. Außerdem wurde die europäische Lernpartnerschaft „Making Women`s History Visible“, an der auch Niederösterreich beteiligt ist, vorgestellt.

Nähere Informationen: NÖ Frauenreferat, Telefon 02742/9005-13286, e-mail post.f3frauenferat@noel.gv.at, www.landfrauen.at und www.schallaburg.at.


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