09.06.2005 | 13:32

Start der Aktion zur Suchtprävention

Bohuslav, Mikl-Leitner: Im Lebensumfeld der Jugendlichen ansetzen

Heute Abend fällt in der Ybbser Discothek „X-Large“ der „Startschuss“ für die Aktion „Disco-Checkpoint“, die das Land in Zusammenarbeit mit der NÖ Wirtschaftskammer und privaten Discobetreibern zur Suchtvorbeugung ins Leben gerufen hat. Erstmals werden Sozialarbeiter vor Ort sein und interessierten Jugendlichen Information und Beratung zu Themen wie Sucht und Sexualität anbieten. Details zur neuen Aktion gaben die Landesrätinnen Dr. Petra Bohuslav und Mag. Johanna Mikl-Leitner sowie Wirtschaftskammer-Präsidentin Sonja Zwazl heute in einer Pressekonferenz in St. Pölten bekannt.

Die Lebenswelt der Jugendlichen ist immer mehr durch Stress, Leistungsdruck, Orientierungslosigkeit und „neue Armut“ geprägt. Immer mehr junge Menschen greifen auf legale und illegale Drogen zurück. Mit dem NÖ Suchtplan will man gezielt gegensteuern. Der „Disco-Checkpoint“ sei dabei ein neues Puzzleteilchen, meinte Bohuslav.

Einmal im Monat sollen zwei ausgebildete Sozialarbeiter den Jugendlichen in den Discotheken zur Beratung zur Verfügung stehen. Die Abhaltung des „Checkpoint“ findet voraussichtlich stets an Wochenenden statt. Ab Herbst 2005 soll dieses Service auch in der „Cocoma Bar“ in Großmugl und anderen großen Discos des Landes angeboten werden; im Badener „Tanzpalast“ wurde ein entsprechendes Pilotprojekt bereits durchgeführt. Schon 250 Personen werden nachhaltig von Sozialarbeitern bzw. vom in St. Pölten beheimateten Verein „Nordrand“ betreut. „Diese Nachhaltigkeit ist uns besonders wichtig“, betonte Bohuslav. Diese sei dadurch gegeben, dass die Jugendlichen stets via Internet bzw. e-mail mit den Beratern Kontakt halten könnten.

Für Sonja Zwazl ist die Beteiligung der Wirtschaftskammer an der Aktion „Disco-Checkpoint“ eine Selbstverständlichkeit. Es gehe auch darum, die Eigenverantwortung der Jugendlichen zu stärken.

Landesrätin Mikl-Leitner kündigte auch die Ausweitung des Jugendschutzgesetzes von einem Konsum- zu einem Abgabeverbot für Alkohol und Nikotin für unter 16-Jährige an. Immerhin würden bereits 26 Prozent der Mädchen zwischen 14 und 19 Jahren rauchen, 21 Prozent der Jugendlichen in diesem Alter konsumieren regelmäßig Alkohol. Auch die Herausgabe eines Katalogs ist geplant, der den Eltern die Früherkennung von Drogenproblemen ihrer Kinder ermögliche. Dieser Katalog soll ebenfalls ab Herbst aufliegen. Zudem will man Fachvorträge zu diesem Thema an den Schulen anbieten. „Diese Maßnahmen zeigen klar, dass wir dort ansetzen, wo Jugendliche ihr Lebensumfeld haben“, so Mikl-Leitner.

Weitere Informationen: Büro LR Bohuslav, Mag. Florian Aigner, Telefon 02742/9005-12199, e-mail florian.aigner@noel.gv.at.


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