10.05.2005 | 14:10

20 Jahre NÖ Dorferneuerung

Pröll: Müssen alle Maßnahmen auch auf Nachhaltigkeit prüfen

Aufklärungs- und Informationsarbeit zu leisten, auf breiter Ebene zu motivieren und aus Betroffenen Beteiligte zu machen - das sei von Anfang an das erklärte Ziel der NÖ Dorferneuerung gewesen, betonte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll heute in einem Pressegespräch aus Anlass des 20-Jahr-Jubiläums der NÖ Dorferneuerung. „Demokratie und Mitbestimmung ist damit auf eine neue Ebene gestellt worden.“ An der NÖ Dorferneuerung, die Mitte der achtziger Jahre mit 4 Pilotgemeinden startete, beteiligen sich laut Pröll mittlerweile bereits 700 Dörfer, rund 230.000 Freiwillige stellen sich dafür in den Dienst der Sache und leisten jährlich bis zu 250.000 Arbeitsstunden.

Mit der Dorferneuerung sei es auch gelungen, die Zweitwohnsitzer in das dörfliche Leben zu integrieren. Pröll: „Aus der Landflucht von damals ist eine Landsehnsucht von heute geworden.“ Von Niederösterreich ausgehend ist die Dorferneuerung zudem zu einer europäischen Idee geworden. „Damit wurde auch eine wichtige Brücke zur Europapolitik geschlagen, und das bereits lange vor dem Fall des Eisernen Vorhangs“, ist Pröll überzeugt.

Der „nächste Mosaikstein“ erfolgte 1993 mit der Gründung der NÖ Stadterneuerung, die ganz wesentlich die Stadtkernbelebung zum Inhalt hat. In diesem Zusammenhang erinnerte der Landeshauptmann an die Novelle des NÖ Raumordnungsgesetzes, die vor allem zu „einer Eindämmung des Wildwuchses an Einkaufszentren an den Stadträndern“ beitragen soll.

Zur Zukunft der Dorf- und Stadterneuerung meinte Pröll, dass es vor allem darum gehe, immer wieder neue Strukturen zu schaffen, die den Bedürfnissen der Menschen vor Ort gerecht und die auch angenommen werden. Das erfordere Fingerspitzengefühl, den ständigen Kontakt der Bürger miteinander, die Vernetzung von Projekten und Vorhaben sowie die ständige Überprüfung aller Maßnahmen auf ihre Nachhaltigkeit.

Aus Anlass des 20-Jahr-Jubiläums finden heuer auch Themenimpulse statt, bei den mit Gemeindemandataren und Dorferneuerungsaktivisten Ziele und Maßnahmen zu neuen Themenschwerpunkten der Dorferneuerung diskutiert und formuliert werden. Am 28. Mai steht ein Aktionstag der NÖ Dorferneuerung mit Aktivitäten in über 60 Orten auf dem Programm. Ein weiterer Höhepunkt ist der Europäische Dorferneuerungskongress im Landhaus in St. Pölten und Schloss Grafenegg mit 21. und 22. September. Schließlich finden im Landhaus in St. Pölten am 18. November der NÖ Zukunftstag und die Preisverleihung für den Ideenwettbewerb und den Projektwettbewerb statt.

Der Ideenwettbewerb versteht sich als Herausforderung und Motivation, über Anliegen des ländlichen Raums nach-, vor- und auch unkonventionell quer zu denken und ist mit insgesamt 200.000 Euro dotiert. Im Rahmen des Projektwettbewerbs wird das Engagement und der Einsatz Tausender Akteure, die zur Verbesserung der Lebensqualität in Niederösterreich beitragen, gewürdigt.

Die Idee der NÖ Dorferneuerung ist aus der Ortsbildaktion hervorgegangen, die vor allem das Ziel hatte, „die Baugesinnung wachsen zu lassen“. Schließlich habe in den siebziger und achtziger Jahren „die Spitzhacke regiert“, und damit sei auch „viel Kulturgut in den Dörfern und Städten verloren gegangen“, erinnerte Pröll. Aus der Erkenntnis, dass „angefärbelte Fassaden“ nicht ausreichen und die Verbesserung der Lebensqualität vor Ort auch „hinter die Fassaden“ gehen müsse, sei schließlich die Dorferneuerung entstanden.


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