11.04.2005 | 09:45

Staatsvertrags-Ausstellung auf der Schallaburg

LH Pröll: Zeigt den schwierigen Weg in die Freiheit

Nach intensiven Vorbereitungen ist es in wenigen Tagen nun so weit: Auf Schloss Schallaburg wird am kommenden Freitag, 15. April, die große Staatsvertrags-Ausstellung „Österreich ist frei!“ eröffnet. „Wir wollen mit dieser Ausstellung vor allem die Zeit nach 1945 und den schwierigen Weg in die endgültige Freiheit zeigen“, meinte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll am Sonntag in der Radiosendung „Forum NÖ“. Niederösterreich hatte dabei eine Schlüsselrolle inne: „Schließlich waren es unter anderem Persönlichkeiten wie Leopold Figl und Julius Raab, die den Weg in die Freiheit ermöglicht haben“, so der Landeshauptmann. „Gleichzeitig wollen wir mit dieser Ausstellung die Leistungen der Aufbaugeneration würdigen.“

Bei dieser Ausstellung werden unter anderem noch nie gezeigte Dokumente aus russischen Archiven zu sehen sein. Besonders stolz ist der Landeshauptmann auch darauf, dass auf der Schallaburg das Original des Österreichischen Staatsvertrages gezeigt wird. Es handelt sich dabei um jenes Dokument, das Leopold Figl am 15. Mai 1955 der österreichischen Bevölkerung vom Balkon des Belvedere gezeigt hat.

Dazu wurde die Bevölkerung auf breiter Ebene eingebunden: Im Zuge einer österreichweiten Sammelaktion wurden mehr als 7.000 persönliche Erinnerungsstücke abgegeben, rund 1.000 Leihgaben werden bei der Ausstellung zu sehen sein. „Darunter befindet sich eine Vielzahl einzigartiger Stücke, die auch für die wissenschaftliche Forschung von unschätzbarem Wert sind“, zeigte sich Pröll von der großartigen Unterstützung beeindruckt.

Liane Wetchy, eine gebürtige Niederösterreicherin, die heute in Wien lebt, stellte beispielsweise ihre rot-weiß-rote Erinnerungskerze zur Verfügung, die sie „aus Freude über die neue Freiheit Österreichs, als Andenken an diesen denkwürdigen Tag und als Botschaft für die Nachkommen“ am 15. Mai 1955 vor dem Belvedere gekauft hat.

Elfriede Gruber aus Großweikersdorf wiederum verbindet mit einem Foto ganz persönliche Erinnerungen an die Nachkriegszeit. Ihre Mutter hat sie im Jahr 1950 vor der Volksschule in Großweikersdorf mit einem Mädchen fotografiert, das wenige Wochen später von den Russen verschleppt wurde.

Für den Landeshauptmann wird mit dieser Ausstellung auf jeden Fall ein wichtiger Beitrag geleistet, den Werdegang Österreichs und Niederösterreichs nach 1945 zu zeigen und zu veranschaulichen. Pröll: „Wir wollen vor allem auch die Jugend informieren und motivieren, sich mit der Geschichte auseinander zu setzen und daraus die richtigen Lehren zu ziehen.“


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