14.03.2005 | 09:02

NÖ Familienalbum zum Jubiläumsjahr 2005

Pröll: Geschichtsbuch, das von Niederösterreichern geschrieben wird

Das Land Niederösterreich hat kürzlich eine weitere bemerkenswerte Aktion im heurigen Jubiläumsjahr gestartet: In Form eines eigenen Familienalbums soll gezeigt werden, wie Menschen in Niederösterreich das Kriegsende, die Besatzungszeit und den Staatsvertrag miterlebt haben. „Das Niederösterreich-Familienalbum soll eine Art Geschichtsbuch werden, das von Niederösterreichern geschrieben wird“, betonte dazu der Initiator der Aktion, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, am Sonntag in der Radiosendung „Forum NÖ“. Gesucht werden neben schriftlichen Erinnerungen auch Fotos, Briefe, Tagebücher und anderes mehr aus der Zeit nach 1945. „Es gibt so viele persönliche Erlebnisse und Erinnerungen, die es einfach wert sind, für kommende Generationen aufbewahrt zu werden“, so der Landeshauptmann. Gleichzeitig wolle man „durch erlebte Geschichte“ der älteren Generation jungen Menschen die Möglichkeit geben, Geschichte zu erleben.

Alle Beiträge werden zunächst von Mitarbeitern der Bezirkshauptmannschaften gesammelt, vom NÖ Institut für Landeskunde ausgewertet und im Herbst dieses Jahres in Form von Ausstellungen und Dokumentationen der Öffentlichkeit präsentiert. „Die Projektkoordinatoren in den Bezirken stehen auch bei der Erstellung der Beiträge hilfreich zur Seite“, unterstrich Projektleiter Mag. Willibald Rosner vom NÖ Landesarchiv.

Für die Schauspielerin Prof. Elfriede Ott, die ebenso wie Intendant Ernst Wolfram Marboe die Initiative unterstützt, ist diese Aktion „etwas ganz Wunderbares“. Sie erinnere ganz bewusst an die Zeit nach 1945 und an jene Menschen, die Österreich wieder aufgebaut hätten.

Ernst Wolfram Marboe bezeichnete die Aktion „als seriöse Idee und als eine Art Gegensatz zu manchen verordneten Staatsfeierlichkeiten“ im heurigen Jubiläumsjahr. Nicht zuletzt deshalb, weil sie von Menschen, die diese Zeit miterlebt haben, ausgehe und auch von ihnen getragen werde.

„Jedes Einzelschicksal ist es wert, vor den Vorhang gebeten zu werden“, ist Landeshauptmann Pröll überzeugt. „Darüber hinaus wollen wir der Generation, die den Wiederaufbau ermöglicht hat, Respekt zollen.“


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