11.02.2005 | 10:04

Auf den Spuren Mathias Zdarskys

Vor 100 Jahren erstes Skirennen der Welt

Rund um den ersten Torlauf der alpinen Skigeschichte als erstes organisiertes und dokumentiertes Rennen auf dem Muckenkogel bei Lilienfeld knüpfen sich 100 Jahre später Jubiläumsveranstaltungen zum Gedenken an den Erfinder, Entwickler und Organisator der „Lilienfelder Ski-Fahrtechnik“, Mathias Zdarsky.

Am Sonntag, 13. Februar, um 11 Uhr startet am Muckenkogel ein Jubiläumsskilauf mit Nostalgiefahrern in Originalausrüstung. Diese Jubiläumsfahrt wird vom UNION-Skiclub Lilienfeld veranstaltet.

Am Freitag, 18. März, um 19 Uhr wird im Dormitorium des Stiftes Lilienfeld eine Festsitzung veranstaltet. Anschließend führt ein Fackelzug zum Zdarsky-Denkmal, wo Kränze niedergelegt werden.

Am Samstag, 19. März, also am Tag genau 100 Jahre nach dem ersten Torlauf, findet ab 11.30 Uhr auf der Hinteralm-Hauswiese das traditionelle Nostalgieskirennen statt. Veranstalter ist die Nostalgie-Skigruppe Traisen. Mitfahren kann jeder mit historischer Ausrüstung (Telefon 02762/626 54, www.traisen.com/nostalgieski). Diese Gruppe, 1985 gegründet, versucht, Zdarskys Fahrtechnik zu pflegen. Skikleidung von anno dazumal, Holzbretter ohne Stahlkanten, historische Bindung, Lederschnürschuhe und Einstocktechnik verleihen den Skifahrern bei Auftritten ein nostalgisches Flair.

Seit 15. Jänner dieses Jahres bis Ende 2006 ist im Bezirksheimatmuseum Lilienfeld zudem die Sonderausstellung „100 Jahre 1. Torlauf der alpinen Skigeschichte“ zu sehen.

Zdarsky wurde am 25. Februar 1856 in Kozichovice bei Trebic in Mähren als zehntes Kind eines Sägemüllers geboren. Obwohl seit früher Kindheit auf dem linken Auge erblindet, legte er 1878 in der Lehrerbildungsanstalt in Brünn die Reifeprüfung ab und war bis 1883 als Lehrer tätig. Anschließend studierte er an den Akademien München und Zürich die Fächer Maler, Bildhauer und Techniker. Er unternahm Reisen entlang der Donau sowie nach Italien, Bosnien und Nordafrika, wo er viele Skizzen und Bilder anfertigte, die neben Bildhauerarbeiten im Bezirksheimatmuseum Lilienfeld zu sehen sind. 1889 erwarb er die Landwirtschaft Habernreith bei Lilienfeld. Dort ließ er sich, angeregt durch Fridtjof Nansens Buch „Auf Schneeschuhen durch Grönland“, aus Norwegen Skier mit der damals üblichen backenlosen Rohrbügelbindung kommen. Dieses Gerät war jedoch für steiles Gelände nicht geeignet. Nach rund 200 Versuchen wurde schließlich die Stahlsohlenbindung geboren, die 1896 patentiert wurde. Von 1890 bis 1896 entwickelte er die „Alpine (Lilienfelder) Ski-Fahrtechnik“, die er in einem Buch der Öffentlichkeit vorstellte. Zdarsky verwendete zudem die altnorwegische Einstocktechnik.

Der erste Torlauf am 19. März 1905, eigentlich ein Riesentorlauf, war 1.950 Meter lang. Bei 488 Meter Höhenunterschied waren 85 Tore zu meistern.

Weitere Informationen: Telefon 02762/522 12-13, e-mail tourismus@lilienfeld.at, www.zdarsky-ski-museum.at.


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