21.10.2004 | 10:32

Caritas-Wohnhaus und IKARA-Wohngemeinschaft in Tulln eröffnet

Prokop: Über 105 Millionen Euro für Behindertenhilfe

In Niederösterreich sei es vorrangig, Menschen, die sich selbst nicht helfen können, zu unterstützen, sagte Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop gestern bei der Eröffnung des Caritas-Wohnhauses in Tulln.

Dank Partnern wie der Caritas sei in jüngster Vergangenheit bei der Unterstützung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen sehr viel passiert. Habe das für die Behindertenhilfe zur Verfügung stehende Budget 1974 noch 1,45 Millionen Euro betragen, so liege es heuer bei über 105 Millionen Euro. Gemäß dem aktuellen NÖ Bedarfs- und Entwicklungsplan liege das Land voll im Zeitplan. Jährlich würden 7 Millionen Euro für Bauvorhaben von Behinderteneinrichtungen zur Verfügung gestellt, so Prokop.

Das in Ergänzung zum Tullner Caritas-Tagesheim seit Ende 2002 erbaute Wohnhaus bietet 24 Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung Raum, um hier selbstständiges eigenverantwortliches Leben lernen zu können. Die Kosten liegen bei 1,63 Millionen Euro, ca. 1 Million Euro muss die Caritas aus Spenden aufbringen, den Rest stellt das Land Niederösterreich als Subvention und Darlehen bereit.

Zuvor hatte Prokop die vom Verein Möwe betreute IKARA-Wohngemeinschaft in Tulln besucht, wo im Rahmen des Tullner Wohnungslosenprojekts „Rent a room“ fünf psychisch kranke Menschen auf die Dauer von maximal zwei Jahren Platz finden. Nach ihrer Entlassung aus Gugging sollen sie hier - betreut von Sozialarbeiterinnen - lernen, mit ihrer Krankheit umzugehen und selbst eine Tagesstruktur zu entwickeln.

Es sei sehr wichtig, differenziert mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen umzugehen, meinte Prokop. Im Rahmen des Psychiatrieplans, der eine Durchlässigkeit von der Behandlung bis zur Freizeitgestaltung vorsieht, handle es sich bei diesem Projekt um eine ideale Ergänzung für die Zeit nach der Akutbehandlung. In diesem Übergangswohnheim würden die Betroffenen befähigt, so Prokop, offene Kontakte zu pflegen, selbstständig zu werden und sich eventuell eine neue Existenz aufzubauen.


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