04.08.2004 | 09:43

Feuerbrand tritt in fast ganz Niederösterreich auf

Derzeitige Witterung günstig für Ausbreiten der Pflanzenkrankheit

Feuerbrand, eine der gefährlichsten Pflanzenkrankheiten, tritt seit einigen Jahren auch in Niederösterreich auf. Jetzt wurden auch in den Bezirken Amstetten und Korneuburg sowie in St. Pölten-Stadt die ersten Herde entdeckt. Besonders dramatisch wird die Situation im Bezirk Amstetten, wo durch diese Pflanzenseuche Tausende Streuobstbäume gefährdet sind. Nun muss schnell gehandelt werden: Die stark befallenen Bäume und Sträucher wurden von speziell eingeschulten Rodetrupps gefällt und verbrannt. Bäume mit noch nicht so weit fortgeschrittenen Befallssymptomen werden ausgeschnitten. Das Roden und Ausschneiden der Bäume wird vom Land Niederösterreich bezahlt. Der Pflanzenbesitzer muss „lediglich“ Verluste durch Ernteausfälle tragen. Von einer Epidemie wie in anderen Bundesländern kann derzeit noch nicht gesprochen werden. Wichtig ist allerdings, im Anfangsstadium Verdachtsfälle sofort am zuständigen Gemeindeamt zu melden.

Feuerbrand wird durch ein Bakterium verursacht. Derzeit gibt es keine vorbeugenden Bekämpfungsmaßnahmen. Ist ein Baum einmal befallen, müssen die betroffenen Teile vernichtet werden. Anfällig für den Erreger sind apfelfrüchtige Rosengewächse. Dazu gehören einige Nutzpflanzen wie z. B. Apfel, Birne, Quitte, Mispel und Eberesche und einige Zierpflanzen wie Cotoneaster, Felsenbirne, Zierquitte, Weißdorn, Rotdorn, Feuerdorn und Apfelbeere.

Wegen der feucht-schwülen Witterung der letzten Wochen konnte sich das Bakterium optimal vermehren. Befallene Pflanzen sehen aus wie verbrannt oder verdorrt. Die dunkelbraun bis schwarz verfärbten, eingetrockneten Blätter hängen von den Ästen. Bei feucht-warmer Witterung tritt milchig-weißer, später rotbrauner bis gelbbrauner Bakterienschleim aus. Ob ein Befall vorliegt, wird von Sachverständigen abgeklärt, wenn nötig durch Laboruntersuchungen. Verbreitet wird die Krankheit über Regen, Wind, Vögel, Insekten und den Menschen. Der Feuerbrand befällt aber nur Pflanzen. Für Menschen und Tiere selbst ist der Erreger unbedenklich. Wegen der akuten Verschleppungsgefahr soll man aber keine verdächtigen Pflanzen berühren.

Um ein eventuelles Auftreten frühzeitig erkennen zu können, gibt es in jeder Gemeinde einen Feuerbrand-Beauftragten. Verdachtsfälle müssen sofort an den Sachverständigen des Bezirks weitergeleitet werden. Diese nehmen Proben von verdächtigen Pflanzen und schicken sie in ein Labor. Der Feuerbrand ist als Quarantäneschaderreger eingestuft. Es besteht daher eine gesetzliche Meldepflicht. Falls man verdächtige Feuerbrandsymptome auf Wirtspflanzen feststellt, muss daher umgehend der Feuerbrand-Beauftragte der Gemeinde benachrichtigt werden. Nur durch rasches, professionelles Beseitigen der Befallsherde kann eine epidemieartige Ausbreitung dieser gefährlichen Pflanzenkrankheit vermieden werden.

Nähere Informationen: Ing. Christian Haselberger, Amtlicher Pflanzenschutzdienst in NÖ, NÖ Landes-Landwirtschaftskammer, 3100 St. Pölten, Wiener Straße 64, Telefon 02742/259-2603, e-mail c.haselberger@lk-noe.at, www.lk-noe.at.


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