16.07.2004 | 10:48

Verbesserter Hochwasserschutz in Niederösterreich

Plank: „Kritische Situationen können damit früher erkannt werden“

Das Land Niederösterreich hat kürzlich die Realisierung eines verbesserten Hochwasserprognosesystems für die Donau beschlossen. Damit ist es in Hinkunft möglich, eine etwaige Hochwassergefahr bis zu 40 Stunden früher als bisher zu erkennen. Entsprechende Verbesserungen wurden auch für die niederösterreichischen Donauzubringer, für die es in der Vergangenheit keine Hochwasserprognosen gab, beschlossen. Der erste Zubringerfluss, für den in den kommenden Monaten ein solches Hochwasserprognosesystem umgesetzt wird, ist der Kamp. In weiterer Folge sollen auch an den anderen größeren Donauzubringern entsprechende Prognosemodelle realisiert werden.

Die Entwicklung eines neuen Prognosesystems war notwendig geworden, da das bisher zum Einsatz gekommene System nur gemessene Niederschläge und Abflüsse, nicht aber Wetterprognosen berücksichtigte. Dadurch war die Prognosefrist im Falle der Donau auf acht Stunden beschränkt. Diese Zeit reichte aus, um den mobilen Hochwasserschutz der Stadt Krems rechtzeitig aufzubauen und die Eigentümer gefährdeter Objekte vor ankommenden Flutwellen zu warnen. Auch Gemeinden mit geringerem wasserbaulichem Schutzniveau waren an früheren Warnungen interessiert, um rechtzeitig über Evakuierungsmaßnahmen entscheiden zu können.

„Die Berücksichtigung mathematischer Niederschlagsprognosen ermöglicht es nun, kritische Wettersituationen bereits 24 bis 48 Stunden vor dem tatsächlichen Ereignis zu erkennen und Vorwarnungen abzusetzen“, betonte dazu Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank. Im Fall des Kamp werden zusätzlich auch die geplanten Abweichungen von der Regelbetriebsführung der Kraftwerke als Eingangsdaten berücksichtigt. Aus diesem Grund ist auch die Energie Versorgung Niederösterreich (EVN) an der Entwicklung und Umsetzung des Kamp-Hochwasserprognosesystems beteiligt.

Mit der Fertigstellung des neuen Hochwasserprognosesystems für den Kamp sowie für die Donau wird Ende 2005 gerechnet. Beim Prognosesystem für die Donau muss allerdings auf Grund der bestehenden Kooperation mit dem Land Oberösterreich auch auf die dortigen Arbeitsfortschritte Rücksicht genommen werden. Durch die Kooperation der beiden Bundesländer werden bei der Realisierung Synergien genutzt und Kosten reduziert.

Das neue System beruht auf Machbarkeitsstudien, die im Auftrag des Amtes der NÖ Landesregierung von der Technischen Universität Wien durchgeführt wurden. Die Empfehlung zur Durchführung dieser Studien kam von der von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll eingesetzten NÖ Hochwasserplattform. Die Ergebnisse der Prognoserechnung werden den Einsatzorganisationen zur Verfügung gestellt und im Internet veröffentlicht.

Nähere Informationen: Büro LR Plank, Klaus Luif, Telefon 02742/9005-12705, e-mail klaus.luif@noel.gv.at.


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