06.07.2004 | 10:06

Synagoge Baden wird generalsaniert

Pröll und Khol legten Grundstein

Die Badener Synagoge wird wieder errichtet: Gestern legten Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Nationalratspräsident Dr. Andreas Khol den Grundstein für den jüdischen Tempel, der von den Nazis 1938 geplündert worden war.

„Die Synagoge verbindet die Vergangenheit mit der Zukunft und vereinigt Religion und Kultur“, betonte Pröll. Mit der Renovierung werde ein Kulturjuwel zum Leben erweckt. Niederösterreich sei ein weltoffenes, tolerantes Land, wo respektvoll mit dem Nächsten umgegangen werde. Pröll: „Die Freiheit von persönlicher Schuld entbindet uns nicht von der moralischen Verpflichtung.“

Nationalratspräsident Khol meinte, nach dieser Synagoge werde man ein weiteres Projekt im Burgenland gemeinsam in Angriff nehmen. Synagogen seien die Zentren der jüdischen Kultur.

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Dr. Ariel Muzicant, erklärte, gelebtes Judentum sei die beste Vergangenheitsbewältigung.

Die Synagoge wird neben dem Wiener Stadttempel und der Synagoge Salzburg eines von nur drei jüdischen Gotteshäusern aus der Zeit vor 1938 sein, die erhalten und ihrer ursprünglichen Bestimmung wieder übergeben wurden. Vor dem Jahr 1938 war Baden Sitz der drittgrößten Kultusgemeinde Österreichs und die größte in Niederösterreich mit rund 2.400 Mitgliedern. Die Synagoge in Baden ist das einzige aktive jüdische Zentrum Niederösterreichs.

Der Tempel wurde 1872/73 errichtet. Im Erdgeschoss befindet sich beispielsweise der Betraum samt Frauenempore, im Obergeschoss ein Kultur- und Veranstaltungssaal.

Die Revitalisierung kostet 2,75 Millionen Euro, die Hälfte davon übernimmt das Land Niederösterreich, ein Viertel die Stadt Baden.


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