27.05.2004 | 11:06

Milchpreis durch EU-Erweiterung gesunken

Plank: Milchwirtschaft ist tragendes Element des Agrarsektors

Durch die EU-Erweiterung sanken die Milchpreise der heimischen Bauern. „Die Milchproduktion der neuen Nachbarländer findet fast ausschließlich in Großbetrieben mit Fremdarbeitskräften statt. In Niederösterreich ist allerdings die kleinbäuerliche Struktur die Norm“, erklärte heute Ing. Leopold Gruber-Doberer, Geschäftsführer der Milchgenossenschaft NÖ, in Innermanzing. Der Milchpreis sei seit der EU-Erweiterung um 1,44 Cent gesunken. Durch die EU-Erweiterung würden an die 20 Millionen Tonnen Milch zusätzlich auf den europäischen Markt kommen. Zudem trete am 1. Juli die GAP-Reform (gemeinsame Agrarpolitik) in Kraft. Diese Reform bedeute eine Absenkung der Interventionspreise.

Für Gruber-Doberer ist auch die Angebotsvielfalt und der hohe Anteil an Eigenmarken der Handelsketten zunehmend ein Problem: „Die Konsumenten haben es dadurch sehr schwer, die Herkunft der Produkte zu erkennen.“ Die Milchgenossenschaft unterstützt daher eine Initiative, die die Herkunft der Milchprodukte beschreibt. Ein eigener Folder mit dem Titel „Wissen Sie was sie Essen?“ informiert über das Kleingedruckte auf den Packungen.

„Die Milchwirtschaft hat für die NÖ Landwirtschaft hohe Bedeutung. 20 Prozent, rund 117.000 aller österreichischen Milchkühe, stehen in Niederösterreich“, erläuterte Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank. In Niederösterreich gebe es rund 9.600 Milchlieferanten. Gerade im Zusammenhang mit der EU-Erweiterung sei es wichtig, besonderes Augenmerk auf die Qualität zu legen. Die niederösterreichische Milch liege qualitativ im österreichischen Spitzenfeld. Milch sei zudem das am umfassendsten kontrollierte Lebensmittel. Plank: „Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 155 Millionen Euro Milchgeld an die Bauern ausgezahlt.“ Durch den starken Marktdruck sei derzeit der Milchpreis gesunken. Für Plank ist zudem das neue Tierschutzgesetz eine gute Lösung und ein Beitrag zur Weiterentwicklung.

„Ein durchschnittlicher ‚Milchgenossenschafts-Lieferant’ liefert jährlich ca. 55.000 Kilogramm Milch an unsere Genossenschaft“, erläuterte Adolf Steiner, Obmann der Milchgenossenschaft Niederösterreich. Derzeit würden 25 Prozent der Lieferanten über eine Quote von unter 20.000 Kilogramm Jahresmenge verfügen.


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